Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 11 (August 1858)
- Article
- Federzeichnungen
- Date
- 1858-08-01
- Page
- 584 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Federzeichnungen. ,...f Juni 1858. Der Regen hatte aufgehört; der wohlthätige Regen der den schönen Lenz uns brachte. In mildem, zartem Blau wölbt sich die Aetherdecke über die in jungem, frischen Grün prangende Flur; die Vögel, die fröhlichen Sänger des Frühltugs baden mit Entzücken im lauen Luftmeer und jubeln frohlockend einander Freiheitslieder zu. Die ganze Natur feiert ihr Auferstehungsfest. Frühlingsgedanken gelangen selbst durch die Scheiben meines engen Stübchens und laden mich ein, zu einem Gange in's Freie. — Ich nehme Hut und Stock und folge willig. — Sie kennen wohl noch das einsame traute Plätzchen abseiten der Promenade, das ich mir zum Lteblingssitz erkoren? Dorthin lenke ich meine Schritte. — Das Haupt aus den Stock gestützt, labe ich mich an dem süßen Blüthenduft, an dem frischen Grün, an dem melodtschen Zwitschern der Vögel; — ich vergesse ganz des wirren Gewühls der Stadt — all mein Sinnen geht aus in den Gedanken, wie schön ist die Erde!- So mochte ich eine geraume Zeit in dolce far mente versunken gewesen sein, als ich plötzlich durch den Ruf meines Namens aufgestört wurde. Vor mir steht ein Herr, der mir freundlich lächelnd die Hand zum Gruße reicht. Kennen Sie mich nicht mehr; erinnern ge rh fc« ne la se S S g' li m se h' F ßl n vl <Z e> si 3 d 11