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Jeschurun · 1858-07-01 · Heft 10 (Juli 1858) · p. 528

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 10 (Juli 1858)
Article
Zur jüdischen Schulfrage
Date
1858-07-01
Page
528 (sequence 3)
Language
German
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528 3m jüdtschcn Schulfrage. lll. der Keimpunkt alles in ihm werdenden"*): so ergab sich mit utiafc־• weisbarer Consequenz für die jüdische Schule die Aufgabe mit noch größerem Eifer, mit Aufbietung alter Kraft die Erfüllung jener Forderung anzustreben. Denn keine Erkenntniß dringt also auf Anerkenntniß und Bethätigung wie die, die s i e ihren Zöglingen zu übermitteln berufen ist. Nachdem in kurzem diese Notwendigkeit, wie wir meinen überzeugend, in unserm ersten Artikel nachgewiesen war, gingen wir sodann im zweiten au die Erwägung der Möglichkeit, stellten zuerst, um möglichen Mißverständnissen vorzübeugen, von den für unsere Zwecke wichtigsten Fragen und Verhältnisten beispielsweise einige zusammen, vergegenwärtigten uns sodann die Einwendungen und Bedenken, auf die wir nach den Herrschenken Ansichten uns gefaßt zu machen und ihnen entgegenzutrrten hatten — Bedenken, die vielleicht zuletzt in dem Hauptpunkte zusammenlaufen, daß die Verhältnisse des realen Lebens viel zu complicirt und der Sphäre des Kindes entrückt seien, als daß in der Schule für eine Auffassung derselben präformirend, resp. prophylaktisch gerwirkt werden könnte. — Bevor wir au eine Betrachtung dieser Bedenken gingen, verhehlten wir uns nicht, daß eine große Anzahl von Männern, die, um es kurz auszndrückcn, in religiöser Beziehung mit uns ans demselben Standpunkte stehen, in dieser Frage unsere prtncipiellen Gegner sein würden und gestanden uns,.daß auch die gründlichste Beleuchtung der andern Bedenken, wirkungslos sein würde, solange wir nicht durch eine besonnene Würdigung jenes sechsten Bedenkens (S. 239) uns mit jenen Männern verständigt hätten. Wir zeigten deßhalb, wie, wenn die Thorah uns wirklich als Gotteswort, mithin als Wahrheit dastche, wir keine Forschung scheuen könnten, aus Furcht das Ergebniß könne uns an der Wahrhaftigkeit der Thorah zweifeln lassen, und begründeten dies mit den Worten, die, da zwischen dem vorige» Artikel und den vorliegenden Zeilen leider eine größere Zeit verflossen ist als wir wünschten, der größeren Deutlichkeit halber nochmals hier stehen mögen: ״Eine jede Wahrheit kann, sofern sie Wahrheit ist, mit keiner andern Wahrheit im Widerspruch stehen. Bestände wirklich ein Widerspruch zwischen zwei Sätzen, die beide Anspruch auf Wahrheit machen, so muß nothwenbig einer von beiden falsch sein, vorausgesetzt, daß der Widerspruch ein wahrer, nicht bloß scheinbarer, etwa durch falsche, oder ans «sDäsS. 98.

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