Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1858)
- Article
- Aus Hamburg
- Date
- 1858-05-01
- Page
- 427 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Correspondenz. 427 :cn. %0 cnf^att acht geräumige, hohe, sottzfältig ventilirtr und einige kleinere Schulstuben, einen großen Versammlungssaal, ein Betlokal, ein Bibliothekzimmer, Eüstoswöhnung und hinter dem Gebäude einen/großen freien Spielplatz. Jetzt konnte auch die Direktion daran denken dem Lehrplan die nvthige Erweiterung zu geben, und bald würbe ein solcher von ihrem Vorsitzenden, dem Oberrabbiner Stern, unter Beirath anerkannter Lehrer-Äutoritäten entworfen, von der Direktion berathen und "genehmigt. Derselbe umfaßt erstlich: den 'jüdischen Unterricht von den Elementarfächern bis zum Talmud; zum Ünterricht in Letzterem werden jedoch nur die befähigteren und begabteren Knaben zügelassen und wird er in vier Äbthnlungen augenbltcklich an 40 Kindern ertheilt; es werden darauf in jeder Ab- Heilung ca. 10 Stunden wöchentlich verwandt, die Heils innerhalb, t'heils außerhalb der gewöhnlichen Schulzeit so gelegt sind, daß die daran theilnehmenden Schüler keinen für sie wesentlichen Unterricht in andern Gegenständen versäumen; diejenigen, die zum Talmudunterricht nicht gelangen, werden doch mit חנך, hebr. Grammatik, den hauptsächlichen Commentatoren, den רינים (aus dem חיי ארם) vollständig bekannt gemacht. In anderen Disciplinen umfaßt der Lehrplan: den vollständigen Unterricht im Deutschen, in den oberen Klassen auch den im Französischen und Englischen, Schreiben, Rechnen, Geschichte, Geographie, Geometrie, Naturgeschichte und Naturlehre. Nachdem nun nach diesem Lehrplan in dem neuen Gebäude fast 6 Monate unterrichtet worden, veranstaltete die Direktion ein öffentliches Examen , der oberen.3Klassen, das gestern stattfand und wir dürfen sagen allen Anwesenden, zu denen die Koryphäen des Lehrfaches in unserer Gemeinde gehören, große Befriedigung gewährten. Wenn man namentlich in Betracht zieht, daß der größte Theil der Kinder den ärmeren und ärmsten Klaffen unserer Gemcinde ängehört, denen auch nicht die geringste Nachhülfe bet ihren häuslichen Schularbeiten zu gute kommt, so muß man die Leistungen der Lehrer und Schüler nur lobend anerkennen. Kleine Mängel — und es waren in der Thal nur kleine in Bezug auf die etnzelnen Fächer wahrzunehmen — werden sich in jeder Schule zeigen. Was wir schmerzlich vermißten war der einheitliche Gedanke, der röthe Faden \ der sich durch den ganzen Unterricht ziehen und ihn beleben sollte; es liegt das offenbar an dem Mangel einer etn-i