Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1858)
- Article
- A. Haesters' Lehr- und Lesebücher für israelitische Schulen [Rezension]
- Date
- 1858-05-01
- Page
- 395 (sequence 2)
- Language
- German
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1. Die Mel. 395 in er irtt ist ste hr ite as nd rn en 'X- <1$ nn- >es an der persönlichen Individualität des Lehrenden. Ein guter Lehrer wird auch bei mangelhafter Methode Ersprießliches erreichen und die beste Methode bleibt in der Hand des Ungeschickten ein wenig nutzbares Werkzeug. Freilich wird der gute Lehrer mit besserer Methode auch Erfreulicheres erreichen. Nur giebt cs — wie jeder erfahrene Schulmann weiß — keine alleinseligmachende Methode. Das Meiste in in dieser Beziehung ist nur von relativem Werth. Der Gebrauch und die Anwendung ist dabet der bedeutendste Faktor. Anders ist es mit dem Stoff des Unterrichts. In so fern, z. B. für den Lese-Unterricht, die Auswahl des Stoffes, an welchem unsere Kinder die Fähigkeit und. Fertigkeit des Lesens erlernen sollen mit zur Methode gehört, ist diese Auswahl, wenn gleich von nicht zu übersehender Wichtigkeit, gleichwohl von nicht eben sehr großer nachhaltiger Bedeutung. An zweckmäßig gewähltem, in methodischer Progression gruppirtem Stoff lernt das Kind leichter und rascher Lesen. Lesen jedoch, wenn gleich etwas schwieriger und langsamer, wird es an jedem beliebigen Stoff lernen. Und hat es einmal die Fertigkeit erlangt, dann ist, hinsichtlich dieser Fertigkeit, der Stoff an dem es, und der Weg ans dem es dazu gelangt ist, ziemlich gleichgültig. Ja vielleicht sind auch die Schwierigkeiten, die es aus einem weniger methodischen Wege zu überwinden gehabt, die unbewußt, gleichwohl selbstthätig von ihm dabei geübte Abstraktion, Reminiscenz und Combination,des aus dem ungleichförmigen Stoff heraus zu lesenden und im Geiste zu gruppirenden Gleichartigen, auch nicht eben als Verlust anzuschlagen. Die leichtere Methode ist nicht immer die geistig gewinnbringendere. In so fern jedoch selbst der allererste Stoff, der uniern Kindern zu Leseübungen gereicht wird, zugleich Nahrungsstoff für Geist und Gemüth der Kleinen wird, ist es gewiß von hoher Bedeutung, welche geistige Nahrung ihnen auf diese Weise geboten wird. Denn jeder dem Geiste und Gemüthe zur Aufnahme dargebotene Stoff wird geistiges und mit mehr oder minder lebhaftem Bewußtsein unmittelbares oder mittelbares, bleibendes, geistiges Eigenthum. Kein Gedankenbild, kein Gemüthseindruck geht ganz spurlos verloren. Da ist es in der That bei weitem nicht gleichgültig, welche Gedankeubilder und Gemüthseindrücke der Seele unsrer Kleinen zur Aufnähme, Bewahrung, Reproduktion und rvmbinirenden Verarbeitung