Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1858)
- Article
- Ijar
- Date
- 1858-05-01
- Page
- 384 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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384 A--r. Hat die Erde dann ihren Ertrag gegeben: Dann segnet uns Gott, unser Gott, Dann segnet uns Gott Und es ehren ihn alle Enden der Erde. Wie sehr sind diese Gedanken so ganz geeignet uns des ganzen Bedeutsamen unserer Wochenzahlung tnne zu machen, und welche Betrachtungen wecken sie in uns, wenn wir bedenken in welchen Geschicks- und Gemüths-Lagen die Nacht der Sefirah-Jahrhnnderte hindurch unsere Väter gerade diese Worte gesprochen! Selbst als wir noch ans eigenem nationalen Boden die Sichel über eigene Aecker schwangen, hatten wir von erster Stchelschwingung Tage und Wochen vom Feste unserer Freiheit zmn Feste unserer Thorah, von זמן חירותנו zum ומן מחן תורתנו zu zählen, hatten wir zu beherzigen, wie nicht in Freiheit und Boden, wie vielmehr im Gesetze, im Gottesgesetze unsere Heilesvollendung zu finden sei, ja, wie Freiheit und Boden für uns selbst nur im Gottcsgesetze wurzeln und erst durch das Gottesgesetz für uns ihren Werth und ihre Bedeutung haben. Das war eine Wahrheit, selbst da noch Judäa einen Staat unter den Staaten bildete und die jüdische Existenz immerhin auch äußerlich einen Träger im eigenen Boden hatte. Zu welcher Wahrheit ist aber diese die Thorah, das Gottesgesetz, über alles Andere hoch hinaushebende Werthschätzung erwachsen, seitdem Israel Land und Boden verloren, seitdem auch in sichtbarer Aeußerltchkeit dieses Gottesgesetz das einzige Band geblieben, das die Söhne Judäas in weitester Zerstreuung umschlingt, der einzige Boden, das einzige Eigenthum geblieben, auf welchem die Söhne Judäas stehen, und sich als das Gut bewährt hat, das seine Besitzer für den Berlust aller andern Güter wunderthätig schadlos gehalten. Wahrlich, jedes dahtngegangene Jahr fügte neuen Glanz in die Strahlenkrone dieses Gesetzes und ließ seine Bekenner es als den einzigen Lebensschätz immer inniger ans Herz drücken. Jedes neue Leid, für'welches diese Thorah Balsam in Bereitschaft hatte, jede neue Freude, die erst in ihr ihre Verklärung fand, jede neue Erfahrung, die Israel aufseiner langen Wanderschaft erwuchs, ließ es mit jedem Schritt immer klarer den Werth-Abstand dieses Guts von Land nNd Freiheit fühlen. Das Land hatte es verloren, die Freiheit war ihm perkmnmert, aber di« Thorah, sein Gottes-Gesetz war ihm geblieben, und