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Jeschurun · 1858-02-01 · Heft 5 (Februar 1858) · p. 266

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 5 (Februar 1858)
Article
Synagogen- und Gebete-Ordnung für die israelitischen Cultus-Gemeinden der Pfalz
Date
1858-02-01
Page
266 (sequence 16)
Language
German
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266 Synagogen - und Gebete - Ordnung re. re. heit bleiben wird, — da ja ohnehin diese Gleichförmigkeit eine pure Täuschung ist, vielmehr der bis jetzt seit Jahrhunderten über hunderttausende von Quadratmeilen und Millionen jüdischer Seelest in seltener Gleichförmigkeit verbreitete Gottesdienst eben durch solche, für die Synagogen einzelner Länder und Ländchen, ja im vorliegenden Falle für eine einzelne Provinz beabsichtigte gottesdienstliche Umgestaltung bis zur buntscheckigsten Mnsterkarte parcelltrt wird,— aber das wollen wir laut , so laut als unsere Stimme reicht und so entschieden als es unser schwaches Wort vermag, fragen : Ist denn dem Abfassern dieser Artikel ganz der Gedanke entschwunden, daß der Gottesdienst und insbesondere die Liturgie das heiligste, eigenste Erb- und Besttzthum der Gemeinde ist, das sie keinem Ungesähr > keinem jeweiligen Belieben irgend einer Autorität, geschweige denn den jeweiligen Belieben irgend eines Rabbinen und irgend eines Vorstehers preis geben darf? Zählt denn die Gemeind« gar nicht mit in dieser künftigen bureankratischen, jüdischen Hierarchie? Ist denn die ״Gemeinde des Herrn" wirklich das unmündige, unzurechnungsfähtge Knäblein, das sich von seinen Erziehern und Vormünderst, Rabbinen und Vorstände», sei» gottesdienstliches Morgen- und Vesperbrod vorschneiden lassen, und dem munden muß, was diesen seinen Erziehern und Vormündern gefällt? Wer hat sie zu solchen seinem Erziehern und Vormündern bestellt? Wer darf sie, wer kann sie dazu ermächtigen? Wer — und wäre es rin dreifach gefirmelter Rabbine — darf in die Gemeinde des Herrn hintreten und im öfsentlichen Gottesdienst ein liturgisches Gebet vortragen, das ihm beliebt? Stehet auf, jüdische Gemeinden der Pfalz! Der Gottesdienst issseuer! Die Liturgie ist euer! Rettet diese Heiligthümer vor׳ Entweihung und Willkühr, die ihnen drohen. Rettet euch und eure Kinder vor dem bureaukratisch-hierarchischen Netz, das man über euch und eure Heiligthümer werfen will. Stehet bei Zeiten auf, damit nicht das verhangnißvolle ״zu spät!" euch treffe und noch Kind und Kindeskind euch anklagen dürften, ihr hättet nicht zur rechten Zeit für bas heilige Erbgut einzustehen verstanden , das eure Väter euren Händen anvertraut , damit ihr cs unversehrt euren Kinder» überliefert.

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