Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1858)
- Article
- Deutschland : Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1858-01-01
- Page
- 213 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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213 stehe dem Juden das Richteramt offen. Hier in Frankfurt dürft der Jude als Geschworner über Leben und Tod sprechen; aber darüber, ob Jemand hinausgeworfen oder hmausgeschoben werden, ob man Jemand einen biumrcn Kerl nennen dürfe u. s. w., dürfe er nicht entscheiden. Der Redner will mu Bestimmtheit wissen, baß die Zugeständnisse des Gesetzes von 1853 durch eine höchst achtbare Partei im Senat veranlaßt worden. Dreß gibt ihm Hoffnunr, daß . ein Antrag auf Revision dieses Gesetzes günstige Aufnahme finden werde. Die gesetzgebende Versammlung aber werde sich rühmen können, zu eineur Fortschritt die Initiative gegeben zu haben. Bei der Abstimmung erklärte sich die ganze Versammlung für die Zulässigkeit des Antrages mit dem Zusatz des Herrn Dr. Fester. — Wien, 24. Novbr. 1857. Unsere Wohlthätigkeitsanstalten haben seit Kurzem einen großen Aufschwung genommen. Die älteste dieser Anstalten ist das jüdische Hospital; es ist der kostbarste Edelstein in der Krone unserer Commune. Kein Kranker verläßt dieses Haus ohne die Männer zu segnen, die es unterhalten und leiten. Auch diejenigen, die dort sterben, gedenken in ihrem letzten Augenblicke, wie sehr man bemüht gewesen, ihnen ihr Leben zu erhalten und ihre Leiden zu mindern. Gewiß entspricht der Raum der Anstalt nicht der Menge derer, die dort Hülse suchen; man geht auch jetzt damit um, das Hospital durch einen Neubau zu vergrößern. Im Namen der Humanita und im Namen der Religion — damit nicht viele Kranke, gegen ihr Gewissen, sich genöthigt sehen, sich in ein christliches Hospital aufnehmen zu lassen — wünschen wir dem Unternehmen einen glücklichen Erfolg und wird der Himmel sicherlich seinen Segen nicht versagen. Zum.Lobe der Gemeinde muß man auch erwähnen, daß in dem jüdischen Hospital sich selten ein Kranker aus Wien befinbet; die Anstalt reicht größtentheils Fremden ihre Dienste. Es ist dies eine der Tugenden unserer Gemeinde: sie sorgt in gleicher Weise für den Fremden wie für den Einheimischen. Derselbe Grundsatz wird fast von allen unfern Wohlthätigkeits-Anstalten befolgt כגר כאזרח. Wien, 26. November. Am 29. dieses Monats finden die diesjährigen Wahlen zur Ergänzung des Vorstandes der Wiener isr. Kultusgemeinde statt. Es sind sieben Wahlen zu vollziehen, und es scheint, daß man auf das Resultat in den betheiligten Kreisen großen Werth legt. Wie wir aus einem v cirkulirenden Wahlschreiben ersehen, haben sich Wahlcomit^s gebildet, welche die Agitation leiten, und darauf aufmerksam machen, ״daß Angelegenheiten von der höchsten Bedeutung in der Schwebe sind". Frankreich. * Die bureaukratischen Anmaßungen jüdischer Communalbeamten, die bereits in vielen Gegenden Deutschlands so bittere Früchte getragen, fangen leider auch jenseits des Rheins an sich fühlbar zu machen. So schreibt man dem Univ. Isr. aus Wißembourg (Bas-Rhin): Unsere sonst so musterhaft in brüderlicher Eintracht vereinigte Gemeinde ist jetzt