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Jeschurun · 1858-01-01 · Heft 4 (Januar 1858) · p. 206

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 4 (Januar 1858)
Article
Die gute alte Zeit
Date
1858-01-01
Page
206 (sequence 6)
Language
German
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206 Die gute alte Zeit. thume; und nicht zu brechen braucht er mit den Seinen. Den Namen Juden kann er tragen und dennoch beinahe überall Alles erreichen, waS sein nichtjüdischer Mitbürger anstrebt, kann an Allem Theil nehmen, was diesem geboten wird. Wer darum in diesen Verhältnissen standhast ist, wer sich nicht verlocken und verführen läßt , wer jetzt treu dem Gesetze bleibt, der zeigt in größerem Maße, daß ihm die Thora über Alles gilt, der legt ein glänzenderes Zeug- «iß ab von seiner Treue an die Fahne des Judenthnms, der bekündet in höherem Grade, daß er ganz durchdrungen von der erhadenen Wahrheit seiner Lehre, von der Heiligkeit seiner Aufgabe^ daß er wahrhaft würdig ist, Jude zu sein, Träger des einzigen göttlichen Gesetzes. Wenn nun auch in dieser Feuerprobe nicht Alle gleich bestehen, wenn Manche zu schwach sind, den Reizen und Verführungen Stand zu halten, der Kern wird fester und treuer. Rur welke Blätter und dürre Neste entfallen dem Baume; der Stamm, der auf gesunder Wurzel steht, bleibt ewig frisch und stark. Und wenn Tausende abfallen, ersetzt die um so größere Hingebung der Uebrigen die Zahl der Untreuen. Darum wollen wir uns freuen der neuen, feinem, bessern Zeit, die uns zu der neuen, höheren Aufgabe ruft; wollen mit Stolz Hinschauen auf die glorreiche Vergangenheit, aber nimmer mehr zurückschrecken vor den Prüfungen, die uns die Gegenwart bringt; wollen vertrauen auf Den, der Herr aller Zeiten ist und dessen Wort in jeder Zeit zur Arbeit ruft in Seinem Dienste, der Alles zur Reife führt und die Werke der Väter durch die Söhne vollenden läßt, vor dem alle Zetten gut sind — und wollen nimmer einstimmen in den feigen, kindischen Wunsch nach ״der guten, alten Zeit". —

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