Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1858)
- Article
- Teweth
- Date
- 1858-01-01
- Page
- 178 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Tewkth, roth sich verkriechen, wäre Israels Bedeutung: Null. Wenn es wahr wäre, daß ״Männlichkeit" (virtus) im römische» Sinne, Tugend bedeute, in Schwerdt und Sceptcr der Schwerpunkt des Menschenheiles läge, mit Heeresmacht und Feldhcrrengenie die Stege crstritten würden, deren sich der Genius der Menschheit zu erfreuen hätte, Gewalt und Macht erringende Diplomatenkunst es wären, die der Menschen Glück begründeten, dann wäre Israel die armseligste Natton am Horizont der Völkergeschichte. Sein Schwerdt und Scepter liegt seit Jahrtausenden bei Zion cingesargt, seine Throne sind umgestürzt, seine Dynastien erloschen, seine Heere streiten nicht mehr, nicht mehr wallen seine Fahnen. An allem Blut, mit welchem seit Jahrhunderten der Männerruhm den Purpur sich gefärbt, an allen Trümmern, aus welchen er sich seine Trophäen erbaut, an allen gebrochenen Herzen, in deren Jammer er seine Hebel gefunden, an allen Thränen und Seufzern, die seine Stegeshymnen beglettet, an diesem Allen hat ja Israel keinen Theil und hat auch die ewigen Frieden nicht mit berathen, in deren Schvoß der Krieg seine ewige Nahrung gefunden, hat Gerechtigkeiten und Rechte nicht mit ersonnen, die das Grab der Gerechtigkeit und des Rechts geworden, hat Formen nicht mit erfunden, die wie die eiserne Jungfrau die Wesenheit der Dinge in ihren Umarmungen ersticken -- von all diesem Lorbeer kann Israel ja kein Blättchen sein nennen. Aber auch an Erfindungen und Künsten, die die materielle Herrschaft des Menschen über die Dinge und damit den materiellen Wohlstand des Menschen mehren, selbst an dem Ausbau der Wissenschaft und Gelehrsamkeit hat Israel nur einen bescheidenen Theil. Hand und Fuß, Aug und Sinn hat man ihm Jahrhunderte herab gewaltsam gefesselt. Es konnte auch auf dieser friedlichen Arena der Menschenbestrebungen keine eigenthümliche Größe entfalten. Aber dennoch, und vielleicht eben deshalb, ruft der Prophet ihm zu: Wie lange willst du scheu ^nrückstehen, ein Neues hat ja Gott auf Erden geschaffen: das Weib umgiebt den Mann! Möge man Jahrtausende herab, seitdem Nimrod der gewaltige Jäger vor dem Herrn gewesen, die Menschen, an den Ruhmeswagen weniger Gewaltigen gekettet, in Himmel anstrebenden Ruhmesbauten also die höchste Vollendung ihrer Lebensbestimmung haben finden laswollen, daß das Leben und die Berechtigung, das Wohlsein und