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Jeschurun · 1857-12-01 · Heft 3 (Dezember 1857) · p. 161

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 3 (Dezember 1857)
Article
Aus dem Hannöverschen
Date
1857-12-01
Page
161 (sequence 4)
Language
German
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Correspondenz 161;eben selbst, man schaute, hörte und that, was der Vater zeigte, ״ährend man jetzt leben, (religiös leben) in der Schule lernt. Besonders ist nun die Geschichtswissenschaft Basis aller andern geworden, ״sie soll Lehrerin für das Leben wie für die Wissenchaft sein"; sie soll nicht mehr auf Darstellung interessanter Einzeljetten sich beschränken; sie soll nicht mehr blos einen Schatz von Daten, Namen und Geschichten geben: sondern sie soll die Berganzenheit kennen lehren, um die Gegenwart zu begreifen und das Ziel zu kennen, dem die Menschheit zustrebt. Kann es nun einen andern, als für das Zudenthum höchst nachtheiltgeu Einfluß mf das jüdische Kind haben, wenn ihm der Entwickelungsgang der Menschheit vom christlichen Standpunkte aus dargestellt, wenn dem jüdischen Kinde das Ziel als Ziel der Menschheit bezeichnet wird, welches die christl. Religion als solches lehrt? Oder dürfen wir vom gewissenhaften christl. Lehrer erwarten, daß er aus Berücksichtigung der jüdischen Kinder nicht nach seiner Ueberzeugung lehre, daß xr sich durch sie behindern lasse, in die Geschichte religiöse Ideen (die sich nicht davon trennen lassen) zu verflechten? — Würde das j. Kind dem christl. Religionsunterrichte beiwohnen, so würde es sich sagen: Es ist ein Andersglaubendcr, der mich solches lehrt. Beim Geschichtsunterrichte aber prägt es sich derartige Bemerkungen mit der Beschreibung ihm liebgewordener Charaktere ein. Ich kenne ein Beispiel, daß ein etwa zwölfjähriges Mädchen ihrem Religtonslehrer antwortete, der sich alle mögliche Mühe gab, ihr darzuthun, wie wir nicht berechtigt seien, irgend ein Ceremonialgesetz zu vernachlässigen, wie durch diese auf unser Inneres gewirkt, das Herz erregt, veredelt würde — daß ihr Lehrer ihr beim Geschichtsunterricht gelehrt, daß sie auch, zwar mit etwas andern Worten, im Geschtchtsbuche gelesen, daß man bisher die Juden verkehrt behandelt habe, man solle sie nicht zurücksetzen, sondern ihnen Geld und?Ehrenstellen geben, die seien von jeher das goldene Kalb eben der frömmeren Juden gewesen!!! Sorgen wir also in unfern Schulen für gute, gewissenhafte Meligtonslehrer, und nehmen wir die Wissenschaft zu Hülfe,

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