Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1857)
- Article
- Aus Hamburg
- Date
- 1857-12-01
- Page
- 154 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Correjpondenz. A «s Hamburg. IV. -׳- Wir haben in unserm jüngsten Artikel von dem Zustande der , Aboda, des Gottesdienstes in seiner wahren, wirklichen Bedeutung gesprochen. Im gewöhnlichen Leben aber pstegt man unter diesem Namen etwas weniger zu verstehen, als wir darunter begriffen haben. . Aboda, Gottesdienst kann nichts anderes bezeichnen, als die im Dienste Gottes wirkende Thütigkcit und diese kann nicht später beginnen als in der Geburtsstunde und nicht früher enden als der letzte Athemzug und kennt so wenig Unterbrechung als das pulstrende Herz; denn das ganze Weltall ist ja Gottes und es giebt keine Zeit und keinen Raum, wie es kein Wesen giebt, worüber Er nicht Herr ist. Diesen großen Inhalt deö Wortes ״Aboda", Gottesdienst, verkennend, hat man darunter nur die Stunden des Gebets, der Andacht gefaßt. Die unglückseligen Folgen dieses Irrthums haben wir in unsern Tagen erlebt. Nach dem Beispiele anderer Institutionen hat mau das ganze jüdische Gesetz auf die allwöchentlich ein Paar Stunden anhaltende Dauer der Tempelandacht beschränkt, hat nothwendiger Weise auf diesen Gottesdienst so ungebührlich hohes Gewicht gelegt, daß in consequenter Schlußfolgerung jeder Andacht- und Gebetstunden Besuchende stch sagen muß: ich besuche den Gottesdienst regelmäßig jeden Sabbath, ich bin ein ״fleißiger Kirchengänger", folglich bin ich ein ächrer Gottesdiener, rin frommer, kirchlich gefinnnter Mensch.