Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 2 (November 1857)
- Article
- Deutschland : Frankfurt a. M. [Nachricht]
- Date
- 1857-11-01
- Page
- 103 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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MerterBJahrgang. ♦־ Ausgegebcu den 1. November 1857. In dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Deutschland. Frankfurt a. M., im Oktober 1857. Wahrend der jüngsten Sommermonate verweilte hier der bekannte Reisende I. Benjamin, um sich für eine zweite Tour in den Orient vorzubereiten. Derselbe beabsichtigt in den nächsten Tagen nach Hamburg zu gehen und sich von dort nach der Küste Malabar einznschiffen. Bei Gelegenheit der von dem Schah von Persien verfügten völligen Gleichstellung aller Einwohner seines Reiches ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses — einer Versügung, an welche sich auch für unsere jüdischen Brüder in Persien erfreuliche Hoffnungen knüpfen — dürste die Mittheilung bemerkenswerth sein, daß - eben der Herr Benjamin bei seiner ersten Rückkehr aus dem Orient im Juni 1856 sich an den Kaiser von Frankreich, die Königin von England und an den Sultan mit eindringlichen Bitten für seine in höchst gedrücktem Zustande in Persien lebenden jüdischen Glaubensgerwssen,gewandt, und es ihm nicht unwahrscheinlich ist, daß seine desfallsige Vorstellung nicht ohne Einfluß auf. jenes so erfreuliche Ereigniß in Perfiexx geblieben. Die uns vorliegende, an den Kaiser Napoleon gerichtete Vorstellung lautet in Uebersetzung wie folgt:! Möge Ew. K. Maj. einen Blick erhabenen Mitgefühls dem 'Gesuche eines unbekannten Fremdlings gewähren, welches derselbe zu den Füßen des menschenfreundlichen Fürsten darzulegen wagt. Derjenige, der diese Worte zu zeichnen׳ wagt, hat sich die Aufgabe gesetzt, die so geheimnißvollen und unzugänglichen Gebiete des Orients zu erforschen, um dort wo möglich den Schleier von dem Geschicke der letzten TEmwer eines Volkes zu lüften, das seit dem höchsten Alterthume durch sein Unglück, seine unter allen Prüfungen ausdauernde Ergebung, sowie durch seinen unerschütterlichen Glauben sich ausgezeichnet. Er hat sich ernsten Nachforschungen hingegeben, um den religiösen und socialen Zustand der letzten Reste der zerstreuten Stämme Israels zu ermitteln. Mehrere Jahre lang hat er mit ihnen gelebt, hat er seine Thränen mit den ihrigen vermischt; denn es stand nicht in seiner Macht, sie zu trocknen. Einen Trost vermochte er seinen unter der Wucht der Leiden gebeugten Brüdern zu bieten, er versprach ihnen, die Stimme der Wahrheit