Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 2 (November 1857)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1857-11-01
- Page
- 98 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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98 Zur jüdischen Schulfrage. doch noch so unendlich weit ab von der Erreichung des unsvorschwebenden Zieles, daß wir uns darüber durchaus keiner Illusion hingeben, von wie vielen, und nicht gerade unachtbaren, Seiten unser ganzes Streben als von bedenklichster Selbsttäuschung über die natürlichen Gränzen und Ziele des Unterrichts und der Schule zeugend, unser Beginnen als ein von vorn herein verfehltes und — sprechen wir es nur gerade heraus — unsinniges und schädliches betrachtet werden wird; von wie vielen Setten wir mit einein Lächeln, das nicht eben Achtung vcrräth, die Gegenfrage zu gewärtigen haben, ob wir denn wirklich glaubten, Kinder verstünden solche Dinge schon, es ließe sich über die höchsten Gegenstände menschlichen Nachdenkens, die kaum der gereifte Verstand zu bewältigen vermöge, mit Kindern reden? Es wird im Nächsten unsere Aufgabe sein, diesen und ähnlichen Bedenken «ntgenzntreten und der vermeintlichen Un- Möglichkeit prüfend ins Auge zu schauen. —- Wir schweigen für setzt von dem Unterricht, wo! die erwähnten Uebelständc fast in noch höherem Grade vorhanden sind. Es konnte uns daher nicht etnfallen, mit diesen Zeilen unseren Gegenstand erschöpfend behandeln zu wollen. Wir haben gesehen, wie viel zu geschehen habe, ehe an eine systematische und erschöpfende Bearbeitung desselben gegangen werden könne. Wohl aber wollten wir Hinweisen auf den ernstesten Ernst, mit dem diese bisher un- oder doch nur sehr mangelhaft gelöste Aufgabe ihrer Lösung entgegenharrt, auf die Verantwortungsschwere, die denjenigen trifft, der diesen Ernst verkeimt oder nicht beachtet, der berufen wäre, seinen Beitrag zu ihrer Lösung zu spenden und es unterläßt, — und möchten eben unsererseits mit Diesem und dem Folgenden nach unserer geringen Kraft wenigstens unser winziges Scherflein zu dem hochheiligen Zwecke beigetragen haben.