Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 2 (November 1857)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1857-11-01
- Page
- 50 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Cheschwan. Gedanken, Wünsche, Entschlüsse wackerer Männer, zumal in gemeinsamer Besprechung gewonnen, sind schon Erfolge, die Gott in sein Buch der Geschichte verzeichnet. Nichts ist für ihn verloren, worin sich die Gottesfurcht und die ernste Sorge für die Verbrettung und Verherrlichung Seines Namens aus Erden bethättgt. Und wahrlich, wenn jede gute That nur die Verwirklichung eines guten Gedankens ist itnb dieser Verwirklichung selbst der Entschluß, der ernste Wille vorangehen, muß, so ist ja die Belebung eines jeden Gedankens und dt« Weckung des ernsten Willens, des Entschlusses zur Ausführung, sobald die Ausführung möglich, selbst schon für die gute Sache von unleugbarem Gewinnst. Gedanke und Wille sind ja zwei Drittel der That, und auch nur im Stillen und vereinzelt Gedanken und Willen dem Guten und Gottgefällige» zuwenden, heißt, dem Guten und Gottgefälligen Keim und Boden vorbereiten, die nur aus den Sonnenschein der Gelegenheit warten, um Heil und Segen bringend aufzugehen. Noch bedeutsamer jedoch ist der Gewinnst für die gute Sache, wenn in der Belebung guter Gedanke» und Entschlüsse wackere Männer sich zusammen finden. Es wird Gedanke an Gedanke entzündet und geläutert, es wird Wille an Wille gestärkt und gehoben, es tritt eine Gemeinsamkeit der Gedanken und der Bestrebungen zu Tage, die die Bedeutung jedes Einzelnen in seinen Ueberzeugnugen und Vorsätzen verdreifacht, und, sobald die Gelegenheit zur Thätigkeit sich zeigt, der guten Sache einen Verein von Kräften bereit hält, der jedes vereinzelte Streben in seinen Erfolgen weit überflügelt. Aber von ganz besonderer Bedeutung ist das Wort, und zumal die gemeinsame. Besprechung des Guten gerade in Zeiten, die der Wirksamkeit für's Gute unübersteigltchc Hindernisse in den Weg stellen, wo die Thätigkcit für das Gute versagt ist und ihm fast nur noch der Gedanke, der Wille geblieben. Eben da, wo man gemeinhin das Wort und den Austausch der Gedanken als doch unnütz und fruchtlos betrachtet und darum eine gegenseitige Besprechung achselzuckend belächelt, eben da gilt es doppelt, den Gedanken und das Wort nicht zu lassen und fällt mit unberechenbarem Werth die Besprechung Wackerer ins Gewicht. Sind die Zeiten günstig, kann man für das Gute wirken, dann mag die Zunge schweigen, dann