Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1857)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1857-10-01
- Page
- 32 (sequence 14)
- Language
- German
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32 Grundlinien einer jüdischen Symbolik II. Dasein, ihrer Erhaltung, ihrem Kampfe und ihrer endlichen Ver- Herrlichung leuchtend 31t Tage treten soll. Das Eine Wort, der Name, der die ganze Herrlichkeit des Gottesvolkes in seiner geschichtlichen Erscheinung ׳verkündet, soll hier dem Ahn für sich und feine Nächkommen grrcicht werden — ihn: geht aber ׳ ein Nacht - Erlebniß vollen Ringens und Kämpfen^ Unterliegens und siegreichen Ausharrens voran. Jaakob war zurückgeblieben — alsein — da rang Einer ״mit ihm bis der Morgen heraufzog." Da er inne ward, daß er ihm nichts an vermochte, da rührte er an den Ballen seiner Hüfte und Jaakobs Hüstballen wich da er mit ihm rang. ״Lasse mich, denn der Morgen ist heraufgezogen!" — ״Ich lasse dich nicht, du habest mich denn gesegnet." — ״Wie ist dein Name?" — ״Jaakob!" — ״Nicht Jaakob soll ferner dein Name genannt werden, sondern Israel; denn du bist Herr geworden bet Gott und Menschen, da du den Kampfbestanden." — Da ihn aber Jakob fragte : ״sage mir nun doch auch deinen Namen," da erwiederte er: ״Wozu fragst du nach meinem Namen!" Und da segnete er ihn dort. Dies das Erlebniß, auf das wir auch noch im Einzelnen zurückzukommen gedenken. Spricht sich's aber nicht schon im Allgemeinen als ein solches aus, in welchem der volle, künftige, geschichtliche In- Halt des Namens: Jisrael, das ganze,: siegreich ausharrende Ringen des Ahns und seines Stammes durch die lange , lange Nacht der Jahrhunderte bis zur Morgenrothe, die die Nacht verscheucht, dem Ahn im Voraus erfahren und erlebt zum Bewußtsein gebracht ward, spricht es sich nicht von selbst als Gottes Mittheilung durch syinbolisches Erlebniß in vollster, bedeutsamster Weise aus und ist nicht somit auch das darauf folgende Verbot des Hüftsehnengenuffes, wodurch dieses Erlebniß für ewig im Gedächtniß des Jisrael - Volkes festgehalten werden soll, durch und durch die Stiftung einer symbolischen Handlung?