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Jeschurun · 1857-10-01 · Heft 1 (Oktober 1857) · p. 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 1 (Oktober 1857)
Article
Schofar
Date
1857-10-01
Page
7 (sequence 7)
Language
German
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Schofar. 7 und der Tisch kein Altar mehr. Der Geist der Reinheit ist aus dm Ehen, der Geist der Weihe aus den Häusern gewichen, das häusliche Familienleben ist kein priesterlichcr Gottesdienst wehr, das Priesterthum südischer Weiblichkeit ist begraben. Für andere Zwecke entfaltet sich der Geist unserer Jungfrauen, andere Gefühle werden ihrem Herzen nahe gelegt, — trivial gähnt sie die gemeine, vom Gottes Geist entseelte Häuslichkeit an, in den Pflichten der Tochter und der Schwester, der Gattin und Mutter findet ihr für ״Höheres" empfängliches Gemüth keine Befriedigung mehr, sie zürnen dem einfältigen Geiste der Väter, der sie freilich für das Haus, aber in dem Hause wie heilighoch und priesterlich dahin gestellt! Nicht das Gott geweihte Haus, nicht der Gott geheiligte Heerd, der Salon und die Gesellschaft ist das Ideal, für welches man die weibliche Bildung vollendet, die Gebote des Tons und der Mode sind das Gesetz, das unsere Töchter verehren lernen und, wenn überall, höchstens in zweiter Linie stellt man ihnen Gottes Gebot. Da blühen sie nun auf, die einstigen Frauen und Mütter unseres Gcschlechtes, unbekannt mit dem Geiste, der einst eine Jochebcd und Mirjam, eine Debora und Channah beseelte, unberührt von jenem Gott und seinem heiligen Dienste auf Erden zugewandten Ziege, der das jüdische Weib von jeher zu der festesten Stütze des göttlichen HeiligthumS befähigte, der es beflügelte und begeisterte, in Zeiten des Abfalls und der Gefahr die letzte Rettung unserer geistigen Zukunft zu werden. Und dafür vollgenährt mit jenem Geiste des Abfalls und der Irre, der wohl gewußt, welche Burg des göttlichen Reiches er in der Brust des jüdischen Weibes zerstört, und der darum geradc sie sich erkor, sic mit feinen Täuschungen zu umgaukeln, sie mit Verachtung gegen unsere jüdische Vergangenheit zu erfüllen, sie ihre Mütter, ihre großen jüdischen Mütter, die Trägerinnen und Retterinnen unserer jüdischen Vergangenheit als daö vom Judenthum und im Judenthum geknechtete Weib betrachten zu lassen, und sie in eine Ansicht von Welt, Leben und Judenthum hinüberzulocken, die sie für Alles begeistert, die sie zu Allem befähigt, nur nicht ihre heiligen Pflichten als einstige jüdische Gattinnen und Mütter zu erfüllen. Da wandeln sic nun an denselben blumcuverdeckten Abgründen hin, wie die Jünglinge dev Zeit, gehen mit ihnen unbewußt immer tiefer und tiefer hinab, wo die Täuschung säet und die Thräne

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