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Jeschurun · 1857-10-01 · Heft 1 (Oktober 1857) · p. 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 1 (Oktober 1857)
Article
Schofar
Date
1857-10-01
Page
2 (sequence 2)
Language
German
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2 Schofar. Oasen fassen, wo Gebirge Hütten bergen, ans weitem, weitem Erdenrnnd, zu den Hochmärkten des Weltverkehrs, in die Weiler ländlicher Stille, wo nur jüdische Seelen athmen, wo nur jüdische Herzen schlagen, überall dringt der Schofar hin und macht sich Bahn mitten durch das Gewühl der Städte, mitten durch den Schwarm der Märkte-,׳, in die Hütten, in die Häuser, in die Paläste, in die Kerker, und weiß in jede Brust zu dringen und weis; ein jedes Herz zu finden und ruft: Kommt! Brecht auf! und folget!- Und es ist Gott, der also ruft, Gott, der mit diesem Ruf die Seinen sucht, הנני אני״, siehe ich bin da!" spricht der Herr, und ״suche meine Schaafe und mustere sie. Wie der Hirt seine Heerde ״mustert, wenn er einmal eintritt mitten unter seine zerstreuten ״Schaafe, so mustere ich meine Schaafe und rette sie von überall ״her, wohin sie sich verirrt am Tage des Gewölkes und des Nebels." ״Das Verlorene suche ich, das Verirrte bringe ich zurück, das Ge- ״brochene verbinde ich, das Kranke stärke ich — aber das Feiste ״und Störrische vernichte ich, das weide ich nach dem Recht — " (Ezech, 3 t). So ist es Gott, der mit dem Schofar seine Heerde sucht, der mit dem Schofar in seine Heerde eintritt — und wie findet er seine Schaafe zerstreut! Wie haben sie Seine Weide verlassen, wie sind sie führerlos, hirtenlos in die Irre gegangen am Tage des Gewölkes und des Nebels, ״wie irrt die Gotteshcerdc umher auf allen Bergen, ״allen hohen Hügeln! Ueber die ganze Erde sind sic hingestreut und ״Niemand fragt nach ihnen und Niemand sucht sie!" Eine einheitliche Gotteshecrde sollten wir sein. Wie verschieden auch an Geist und Fähigkeit, an Stand und Schicksalslage, in der Höhe, in der Tiefe, mit den! Adlerblick des Forschergeistes, mit der Beschränktheit der Kindeseinsalt, in den Höhcnschichten der Gesellschaft, in den Niederungen des kärglichsten Elends, in der Jugend und im Alter, tm Reichthum und in der Armuth, in blühender Gesundheit wie im welkenden Reichthum, in aufblühendem Familienleben und i» der Verkümmerung gebrochener Herzen, in Tagen der lachenden Freude wie in Gewitterschwüle und nächtlichem Nebel — an Einen Hirten sollten wir uns Alle halten, auf Einer Weide in Allem und mit Allem bleiben, sollten an jeder Stelle, aus jedem gewonnenen Plätzchen uns unter Seiner Obhut fühlen, uns Seiner

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