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Jeschurun · 1857-09-01 · Heft 12 (September 1857) · p. 652

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 12 (September 1857)
Article
Deutschland : Preßburg [Nachricht]
Date
1857-09-01
Page
652 (sequence 2)
Language
German
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68Z läugneten nicht ihren gläubigen Sinn, ihre Gottcrgebenheit, ihre bereitwillige Aufopferung alles materiellen Interesses und Hintansetzung des leiblichen Wohls, um die Seligkeit und Heiligkeit der Seele und des Geistes, nach ihrem Sinne, zu fördern; man ließ sie höchstens als fromme Schwärmer gelten. Sie aber allesammt, von den ersten Tanaim bis zum Abschluß des Talmuds, und von da ab bis heute, alle seine Commentatoren, (unter welchen der gottselige Vater des Verfassers selbst eine würdige Stelle einnimmt,) für freche Betrüger, anmaßende Heuchler, vorsätzliche Gesetzverdreher und bloß dem Egoismus fröhuende Verführer zu erklären, dieß — war unserm Herrn Junior Vorbehalten. der es in einigen Blätterchen nachzuweisen vorgibt, daß Mischna und Gemara, ja die ganze jüdische Tradition, bloß Lug und Trug involvire, lauter Fiction, Historisches, Exegese, Casuistik, alles pure Erfindung. — Wahrlich dies gränzt nicht an Wahnsinn, dies ist Wahnsinn. — Nur eine Gattung Feinde hatte der Talmud feit seinem Entstehen, wie der Verfasser in seiner Einleitung (eine schülerhafte Nachbeterei jüdischer Historiker) richtig bemerkt, die ihm von jeher, und wie eben Herr Kittseer durch diese seine Mache beweist, auch heute noch die Achtung versagt, dies sind — die Ame-hadrez, Idioten. — Daß aber unser Verfasser mit Fug und Recht zu dieser, von ihm aufs Freundschaftlichste und Zärtlichste gehätschelten und gekosten A.me-I1adrtzz-Clique zählt, wird Jeder, auch nur Etwas mit Bibel, Talmud, hebräischer Sprache und Literatur Vertrauete auf jedem Blatte dieses, in. einem radebrecherischen Deutsch geschriebenen ״nothwendigen Werkes" leicht heraus finden und sich bald überzeugen, daß sich seine talmudische Belesenheit, trotz seiner, den Unkundigen täuschensollenden Zitatenwuth, auf Null reducirt, und sich blos von den bekannten Hilfsbüchern, als גר מעזה, בא״הג חולדות אהרון u. d. w. herschreibt. Es wäre daher unnützes Zeitverschwenden, auf all daS Gewäsche einzugehen, und ihm Schritt für Schritt seine groben Jrrthümer, wie auch vorsätzlichen Verfälschungen nachzuweisen. Ohne diesem Libell eine besondere Wichtigkeit beilegen, noch dessen wohlverdiente Abfertigung weiter verfolgen zu wollen, glaubten wir doch von einer solchen Erscheinung als Zeichen der Zeit in zwiefacher Beziehung Notiz geben zu dürfen. Ist es nämlich ein betrübendes Zeichen der Zeit, daß man es gewagt, mit einem solchen, selbst vom wissenschaftlichen Standpunkte durchaus nichtigem Machwerke den religiösen Ueberzeugungen unserer Gemeinde in so herausfordernder Weise Hohn zu sprechen, so ist auch anderseits die allgemeine Entrüstung, die ein solches Beginnen in unserer Mitte gefunden, und die würdige Weise, in welcher Herr Schick derselben Ausdruck verliehen, jedenfalls nicht minder erfreulich, und zeigt, wie wenig Boden denn doch ein solches Streben sich in unserem Kreise zu verspreche!: hoffen dürfe. □ Berlin. Bei der am 3. August bei Gelegenheit der Stiftungsfeier der Universität stattgefundenen Preisvertheilung für die von den revschiedenen Fakultäten gestellten Preisaufgaben wurden auch zwei Juden

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