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Jeschurun · 1857-09-01 · Heft 12 (September 1857) · p. 642

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 12 (September 1857)
Article
Aus Hamburg
Date
1857-09-01
Page
642 (sequence 1)
Language
German
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Csrrejpondenz. Mrrs in. Zur Thora rnuß sich Aboda als zweiter;Grundpfeiler zuM hehren Baue des Zudcnthums gesellen, hahcn wir nies gesagt. Nutzlos׳ ist alles Studium, unfruchtb-r;jedes Wissen, wenn die Wissenschaft nur hei der Gelehrsamkeit weilt, wenn sie ihre Stätte nur in den Stuben der Gelehrten findet, wenn sie weiter Nichts ist und weiter Nichts schafft als daö Elysium für die gcistigen Genüsse der Eingeweihten. Was nützt cö, wenn beim spärlichen Schimmer der Lampe der Gelehrte die vergilbten Blätter der Geschichte zu entziffern sucht, wenn die Menschen Nichts wissen von der Erbschaft ihrer Väter und in geistiger Verkommenheit jedes Ercigniß als daö Werk des Augenblicks hinnchmcn und nicht den innigen Zusammenhang ahnen zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft; was nützt cS, wenn er in der großen Cantate der Natur die Grundtöne zu entdecken sich "bemüht, zu welcher jede Note in schöner Harmonie klinget, während die Gesellschaft in grelle Dissonanzen anseinandergehr, die sich nimmer in einen Accord anflvscn; was nützt cs, wenn er die Formel auszusindcn bestrebt ist, auS welcher sich in eiserner Schlußfolgcrung die Gefühle und Anlagen des menschlichen Herzens crgebcn, während im Leben und Treiben der Volker man vergeblich nach Prinzip und Consequenz sucht und der jcwcil herrschende Vorthcil und die augenblickliche Leidenschaft die Verhältnisse nach wechselndem ,Gutdünken wechselnd gestalten?? Soll darum das Studium nutzbringend, das Wisse» fruchttragend werden, so muß die Wissenschaft lebenskräftig und Leben erzeugend sein. Sie muß eingchen in das wirkliche Leben, muß dort zum Maßstab der Norm werden, nach welchen sich dasselbe zu gcstalten hat, muß cindringen in Fleisch und Blut der Menschen. לא המרו ש עקר אלא המעשה Thora findet ihre Vollendung in Aboda.

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