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Jeschurun · 1857-09-01 · Heft 12 (September 1857) · p. 640

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 12 (September 1857)
Article
Über die Entzifferungsmittel der Keilinschriften
Date
1857-09-01
Page
640 (sequence 10)
Language
German
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610 Ucker die Entziffcruugrmlikl asiatischen Alterthümer, sind den arischen Monarchen zu großem Danke verpflichtet, denn ihren administrativen Rücksichten allein schulden wir die Verdolmetschung der Inschriften von Ninive. IV. Die drei Schriftsystcme der dreisprachigen Inschriften drücken daher folgende drei Idiome aus: 1) die persische Sprache, die Muttersprache des Cyrus; 2) die mcdisch-scytische Sprache, das Zdiom der turanischcn Bevölkerungen Mcdicns; L) die assyrische Sprache, die in Ninive und Babylon im Gebrauch war. Auf den ersten Anblick sind das zweite und daö dritte System verschieden; wir werden sehen, daß diese Verschiedenheit nur eine scheinbare ist, und daß sie identisch in ihrem Ursprung, nur zwei Style der einen und derselben Schriftart vertreten, die, wie zwei Arten phönicischcr Schrift, bloß in der Form von einander abwcichcn. Das keilförmige persische System hingegen bildet für sich allein eine von jeder andern bekannten Schrift gänzlich untcrschicdcnc Gattung; wir bezeichnen sic mit dem Namen arischer Schrift. Für daS System, daS uns in dieser Arbeit beschäftige» wird, haben wir den Namen arische Schrift angenommen. Zm Verlauf unserer Auseinandersetzung werden wir sehen, daß der Gebrauch dieser Schrift sich nicht einzig und allein auf diese beiden Idiome, daö mcdisch-scytische und das assyrische, beschränkte. Wir kennen bereits drei andere Sprachen, welche durch diese Zeichen dargcstcllt wurden: das Susi sch c, das Armenische (das Alt- Armenische) und das CaSdisch-scythische, ja cs ist mehr alS wahrscheinlich, daß weitere Forschungen in Mesopotamien und Persien auch an arische, in noch unbekannten Idiomen verfaßte Urkunden ans Tageslicht bringen werden» Die drei Idiome von denen wir so eben gesprochen, bieten keine Entziffcrungsschwicrigkcitcn mehr; man kan» fast die gesammte Masse der Texte in bekannte Charaktere übcrschrcibcn. Von diesen anarischen Zuschriften versteht man außer den Eigennamen noch nichts, denn die Sprachen sind nnS vollkommen unbekannt. Allein dennoch werden diese Urkunden ihre Erklärung stnden, denn es gicbt keine Inschrift welche, geschrieben, um gelesen zu werden, nicht auch gelesen werden könnte. Wir sagen mit Archimcdes: ״Ao;!jo! icov «rr«, gieb mir einen Punkt an dem ich mich halten kann."

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