Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 12 (September 1857)
- Article
- Elul
- Date
- 1857-09-01
- Page
- 610 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mg gesandt, und das eben in unserer heutigen Treue seine glänzendsten, leuchtendsten Triumphe feiern sollte. Denn wahrlich nicht weil die Zeiten milder, die Opferung freiwilliger und die Beschränkung eine Selbstbeschränkung geworden, ist darum die Versuchung eine geringere und der Werth der Treue ein minder gewichtiger. Nicht weil die Kämpfe von den Schlachtfeldern und den Gaffen in die Tempel und Familien, von dem Gegensatz nach Außen in die Gegensätze im eigenen Innern verlegt, ist darum der Kampf minder schmerzlich und der Sieg minder bedeutungsfchwer. Nicht endlich, weil das ntchtjädische Leben und die Gestaltungen der nichtjüdischen Welt bereits vielfach bewußt und unbewußt von jüdischen Gedanken durchdrungen und der geistige Gegensatz nach Außen bereits ein minder schroffer geworden, ist darum die Gefahr für die Erhaltung der jüdischen Wahrheit im Geiste und im Leben minder drohend und die obsiegende selbstbcwußte Festigkeit minder des Kranzes Werth. So lange die Welt um uns her heidnisch den Götter» des des Wahns- und der Unsittlichkeit die Knie beugte, Wat es unschwer im jüdischen Bewußtsein aufrecht bei dem Einen Einzigen und seinet Lehre und der Wahrheit des Rechts, der Heiligung und öet Liebe zu bleiben. So lange die Welt um uns her in Mittelalterliche Barbarei und׳ Roheit versunken, die ihnen überkommene Kunde Von deM Einen Einzigen mit heidnischen Wahngebilden versetzt zu einer Lehre gestaltet, die ihre Kraft nicht in Erlösung der Menschheit von Roheit und Gewaltthat, nicht in Erleuchtung׳ des Geistes und Beredl-iing des Gemüthes bewährte, die uns ihre Jünger immer nur Mit dem Schwerdte Und der Brandfackel in der einen, mit dem Gvtterbilde in der andern׳ Hand entgegensandte und uns an der Knechtung׳ der Völker, M der WtMHr der Herrscher, an den Thränen und Senfzern, an dem Krieg, Mord und Brand um uns her — und an der Einäscherung unserer eigenen Hütten, an der Niedermctzclung nnserer Frauen und Kinder, an der Vertreibung׳ unserer Familien, M der Verkleinerung und Zerstörung unseres ganzen irdischen Glückes unaufhörlich erkennen Und fühlen ließ, wie weit, wett ab von der Mission,> sie sich bezeuge, die Erlösung der Welt in Wahrheit und Liebe zu vollbringen, wie lange-, lange noch-nicht der Erlöser ge-