Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 12 (September 1857)
- Article
- Elul
- Date
- 1857-09-01
- Page
- 607 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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606 ©tut. wir uns selber durch Schosartöne an die Zeit, die kommt, an das Ziel, das unser wartet und an die Arbeit, die wir solchem Ziele entgegen zu lösen haben. Denn nicht wie einer Geschichte alter, verschollener Zeiten sollen wir der Horebsünde nicht vergessen; an der Jahresgangscheide unserer irdischen Wallfahrt tritt uns das alte Gedächtniß entgegen, um im lebendigsten Kreise unserer frischesten Gegenwart Umschau zu halten, ob diese alte Horebsünde schon ganz abgethan, ob sie nicht immer wieder auftaucht', ob nicht der alte Kleinmuth uns immer zu neuem Abfall verlockt. Eine solche Umschau war zu jeder Zeit ein ernstes Geschäft, ernst für den Einzelnen, ernst für eine jede große und kleine Gesammtheit der immer großen, allweiten Gottesgemeine. Denn leicht war es nimmer Jude und Jüdin zu sein. Nicht den schwächste», zartesten, weichsten, den härtesten, festesten, unnachgiebigsten Menschcnstamm, עז שבאומות , hat sich Gott zum Träger seiner Gesetzestafeln erwählt und hat zu ihm gesprochen, bleibet diesem Gesetze treu, trotzet mit ihm der Verzweiflungen der Wüste und den Verlockungeu der Paradiese, trotzet mit ihm dem Widerspruch der Jahr- Hunderte und dem Kampfe in der eigenen Brust, trotzet mit ihm dem Anprall wuthentbrannter Gewalten von Außen und dem verführenden Beispiel abgefallener Schwächlinge nach Innen — und wenn Moscheh gesprochen: "כי עם קשה ערף הוא וסלחת לעוננו ולחטאחנו וגחלחנו, ist es ein hartnäckiges Volk, so wirst du unserer Verkehrtheit und und unserm Fehl verzeihen und uns dafür ganz als dein Eigenthum htnnehmen!" so hat er vielleicht darauf hingewiesen, wie eben die Unbeugsnmkcit des jüdischen Charakters, die wiederholt so oft die göttliche Langmuth in Anspruch nehmen mußte, doch zuletzt eben diejenige Tugend wäre, die, wenn einmal gewonnen, das jüdische Volk dann auch für immer Gott zum Eigenthum hingeben und cs zum ausdauerndsten, unnachgiebigsten Träger des göttlichen Gesetzes befähigen werde. Bis das Gesetz, — nicht der Glaube allein — bis das Gesetz die Welt überwunden, steht von selbst die Welt im Gegensatz zu diesem Gesetze und seinen Trägern. Bis dahin hat Israel auf keine Zeit zu rechnen, die ihre Verhältnisse seinem Gesetze, der Bestimmung und,der Aufgabe seines Daseins und seines Lebens harmonisch entgegen trüge. Bis dahin gtebt es für Israel