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Jeschurun · 1857-08-01 · Heft 11 (August 1857) · p. 584

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Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 11 (August 1857)
Article
Jüdische dramatische Dichter in Spanien
Date
1857-08-01
Page
584 (sequence 2)
Language
German
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584 Jüdische Dichter in Spanten IX. und Gemüth ihrer Religion, ihrem Glanben, ihrem Jndcnthume anznhängen, ohne daß durch den Umgang, welchen sie mit den Coryphäen ihrer Zeit pflogen, sie sich hätten stören lassen, Jüdinnen zu sein, als Jüdinnen zu leben — jene glückliche Zeit kannte noch keinen Widerstreit zwischen Bildung, Wissenschaft und achter Reltgiösität, weil ihre Religiosität und ihre Wissenschaft ächt waren. Ein solches jüdisches Frcnienbtld tritt uns auch in Jsabella Correa entgegen, welche mit den erwähnten durch Geist und Gcistesthätigkeit hervorragenden Töchtern Israels, deren . nähere Lebensumstände wir an einem andern Orte noch näher betrachten werden, zu gleicher Zeit und an gleichem Orte lebte. Auch diese Jüdin seltener Art blieb durch die stiefmütterliche Behandlung, über welche die jüdische Literatur und ihre Träger von jeher sich zu beklagen hatten, der Vergessenheit anheimgefallen und während man genau den Tag verzeichnet hat, an welchem eine Lucrezia Helena Pisopia zu Padua die Magisterwürde erhielt und Balt izia Go zadina mit dem Doktorhüte geschmückt wurde, kennt man kaum den Namen unsrer Dichterin, obgleich eben sie sich an Gelehrsamkeit den größten Männern ihrer, vielleicht auch unserer Zeit hätte gleichstellen könne». Halten es doch sogar Encyclopädistcn — nicht jüdische — unter ihrer Würde, Jsabella den spanischen, ans dem Gebiete der Theologie, Historie und Poesie berühmten, auch wohl nicht mit ihr verwandten Namcnsgenoffen selbst als letztes Glied anzureihen. Jsabella Correa war einer jener Familien entsprossen, welche Spanien aus Furcht vor der bekannten Fang- und Haschanstalt und aus Liebe zu ihrem lange geheim gehaltenen Judenthume in der Mitte des 17ten Jahrhunderts verlassen und sich in Holland angesiedelt hatten. DaS Wenige, was wir über , sic erfahren, reicht aus, uns einen Begriff von den überaus reichen, geistigen Anlagen zu machen, womit sic von der Vorsehung begabt war. Sic war nicht nur in den meisten lebenden europäischen Sprachen bewandert, — in einigen hatte sic cs zur Vollkommenheit gebracht — sondern auch in allen Künsten so wohl unterrichtet, ׳*) daß man von ihr sagen möchte und auch wohl könnte, was von der Bürgerin Roms, der *־) ßarbosa bibliolheca lusitana II, 925.

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