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Jeschurun · 1857-08-01 · Heft 11 (August 1857) · p. 554

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 11 (August 1857)
Article
Aw
Date
1857-08-01
Page
554 (sequence 8)
Language
German
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554 Nw. dem gräbt, die Sorge der Andern drückt ihn nicht, Zeiten der Dürre unb Hoffnungslosigkeit gehen spurlos an ihm vorüber, kein Blatt an dem Baume seiner Hoffnungen welkt, und er hört nie aus Frucht zu tragen. Das ist die Wahrheit, die das rein nur von seinem Gottvcrtrauen lebendig erhaltene Israel Jahrhunderte herab vor den Augen der Volker dokumenttrt. Es weist dem Bölkerleben keine andere Basis als die des Einzellebens an, und wie der Einzelne sich zwischen Fluch und Segen mit seiner Hingebung oder seinem Abfall von Gott zu entscheiden hat, also steht auch die Vereinigung der Menscheu, stehen Staaten und Volker zu jeder Zeit und zu jeder Stunde an demselben Scheidewege. Denn nicht mit der Summe der Kräfte und der äußern materiellen Güter wächst die Sicherheit und der Bestand des Menschenhetls, sondern mit der Hingebung an Gott, die sich in der Brust jedes Einzelnen vollzieht und die mit gleichem Zuge alle die Einzelnen zu einem Gcsammtleben verbindet, in welchem Anfang und Ende alles Strebens die Erfüllung des göttlichen Wtllens bildet. Nicht darum im Aeußern, im Innern der Menschen und Völker wird ihre Zukunft gebaut, es ist das Herz, in welchem sich ihr Loos zwischen Heil und Unheil entscheidet, wenn das Herz gesund ist, wird Alles gesunden, ist aber das Herz siech, ist alle äußere Blüthe Traum. Wer aber schaut das Herz? 'עקוב הלב מכל וגו Ist doch das Herz, die Gesinnung, der innere Gedanke jeglichem Blicke entzogen! Wenn es nun auch im Herzen schlimm steht, wer wird es prüfen? 'אני ד' חוקר לב וגו Gott schaut das Herz, prüft die Nieren, und waltet in ewiger Gerechtigkeit über Menschen und Völker, ihnen die Früchte ihres Wandels und ihre Thaten reifen zu lasse». Ist ja auch dasselbe Israel, wie eS durch das Wunder seiner Erhaltung ein Denkmal der göttlichen Allmacht und Waltung ist, also durch sein ganzes, seine Verirrungen sühnendes Gäluth-Geschick ein Denkmal der göttlichen, prüfenden und erziehenden Vergeltung, ein Denkmal eben Des» der Herz und Nieren schaut, der Menschen und Völker auf der Waage der Gerechtigkeit wägt und der zu Israel ge-

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