Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1857)
- Article
- Aus Hamburg
- Date
- 1857-07-01
- Page
- 534 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Au- Hamburg. sicher zum Ziele führt. Wenn wir unsren Kindern in einer Anstalt denjenigen Unterricht erth eilen lassen, dessen sie als Jude und Bürger bedürfen, wenn wir ihnen aus denselben Händen beides unverkürzt Thorah undDerchErez reichen, mit einem Worte, wenn wir sie einer guten jüdischen Realschule anvertrauen, so fallen alle angeführten Mißftände von selbst weg. Nicht nur, daß wir dadurch in den Stand gesetzt sind, die nöthige Zeit für die speciell jüdischen Wissenschaften zu finden, sondern — und das ist unsres Erachtens in vieler Hinficht mindestens eben so hoch anzuschlagen — es kann dann auch der übrige Unterricht ein jüdischer werden und unsre Kinder lernen die Natur- und Menschhettsent- Wickelung mit jüdischen Augen betrachten und begreifen. In einer guten jüdischen Schule muß der ״Religionsunterricht" wegfallen können. Unsre Kleinen müssen früh zur Thorah selbst hingeführt werden, müssen früh schon lernen aus der Quelle selbst zu schöpfen und in den der Welt- und Naturgeschichte, diesen beiden Hauptzweigen des menschlichen Wissens, gewidmeten Stunden muß ihnen von jüdischem Munde gezeigt werden, daß ״die Entwickelung des Universums und der Menschheit in Seinen Händen ruht". Dann mögen im Leben die Stimmen der Leidenschaft und des Vortheils und die Phrasen einer vermeintlichen Wissenschaft zu ihnen herantreten, sie werden gegen Alle gewappnet sein, da ihnen Jndenthum und Leben nicht als zwei sich fremd stehende Faktoren erscheinen, sondern ihnen die innige unauflösliche Verwandtschaft zwischen beiden klar ist und sie im Leben den Geist dejüdischen Gesetzes und im Judenthnme das Leben verstanden und begriffen haben. Reden wir nicht von der Unausführbarkett einer solchen Anstalt. אין צבור עני. Einer Gemeinde wie Hamburg ist Nichts unauSführbar. Wir verweisen Beispiels halbrr auf die in Ihrer Gemeinde bestehende Schule, die in weit engerm Kreise mit größern Opfern, als bei uns nöthig wären, ins Leben getreten ist und anerkannter Maßen so segensreich wirkt. Wir sind fest überzeugt, daß wenn nur in einem Theile unsrer großen Gemeinde der Wunsch nach einer solchen Anstalt in der That tief und ernst gehegt wird, mit keinen größer» Opfern, als unS jetzt der Unterricht unsrer Kinder kostet, besäßen wir eine gute jüdische Realschule.