Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1857)
- Article
- Thamus
- Date
- 1857-07-01
- Page
- 502 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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502 ThamuS. ״Nur wenn der Lehrer als Gottesherold da steht, suche man die Lehre ans seinem Mund, nach dem Wrte des Propheten: ״Wenn des Priesters Lippen die Erkcnntniß bewahren, sucht man Lehre aus seinem Munde, wenn er ein Herold Gottes ist" — Eines Acher's Lehre kann nie ohne Spreu des Jrrthums und des selbstbcstochenen Wahnes sein! Wer traut sich die scharfblickende Klarheit und Geistesschärfe R. Merrs zu, stets an dem dargebotenen Granatapfel die Schale von den Kornern zu sondern?! Wo dieser Geist der Pflicht, dieser B'rachah-Gedanke zur Thorah führt, da ist die Thorah die Lehre, אשר נחחי לבניהה, das von Gott Gegebene, das sich seinen Werth und seine Anerkennung nicht erst von dem Ergebniß unserer Prüfung zu verdienen hat, da spricht man B'rachah תחלה ehe man studirt, ja die B'rachah, der Gedanke des hohen Werths der Thorah führt zum Thorahstudium, nicht aber studirt man die Thorah, um erst zu untersuchen, ob sie denn auch der B'rachah Werth, da steht die Thorah in dem alten Werth des נעשה ונשמע und hat zu rechnen auf die alte Hingebung und die alte Treue im Leben, Da werden die Jünger der Thorahwissenschaft ihre בעלי תריסק, ihre gepanzerten Kämpen, ihre Vorkämpfer und Färkämpser, nicht aber ihre sie untergrabenden, verderblichsten Feinde, die ihre vermeintliche Kenntnis der Thorah nur misbrauchen, um ihren in Praxi längst vollzogenen Abfall von der Thorah in den Augen der Unkundigen zu legalisire», und den Nanien ihrer Gelehrsamkeit zu einem für den Abfall Propaganda machenden Herold in die Kreise deS Volkes zu senden. Da lebt in der Brust der Lernenden und Lehrenden nur Ein Wunsch, eine Bitte, 'והערב נא ופו' ובו daß das Wort der göttlichen Lehre in ihrem Munde und durch ihren Mund ״süß", ansprechend, wcrth, beseligend und theuer werde, immer mehr Eingang in die Gemüther und Herzen gewinne und sich mit ihrem ganzen Wesen immer inniger verschmelze, auf daß in immer aufsteigenden Linie die Geschlechter unseres Volkes zu immer größerer Gottes-Erkenntniß und zu immer vollerer Erfüllung der Gotteslehrc erwachsen. Da dringt der Geist der Wahrheit und der Thorahkcnntniß also in die Gemüther des Volkes, wird also der beseligende Genius jedes Herzens und jedes Hauseö, daß ein Jerobeam vergebenS seine goldenen Kälber in Bcerscheba und Dan ausstellt, vergebenS dem alleinigen Gotte und dessen alleinigem Heiligthum, Götter,