Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1857)
- Article
- Thamus
- Date
- 1857-07-01
- Page
- 495 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932835-2932846-2941231--02725-2941274- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ThkmilS. 495 Neuen, in jüngster Zeit erst Aufgekommenen, Vor denen euren Vätern nie gegraut — Hat dich dein Hort erst geboren, dann vergissest du Ihn, Hast du doch Gott vergessen selbst da er noch dich zeugte! — Das sah Gott und zürnte, Vor Kummer von Seinen Söhnen und Töchtern, Und sprach; Ich entzfiehe nur mein Antlitz ihnen Dann will ich sehen, was ihr Ende wird; Deuteron 32. Und nun laßt, mich euch sagen, was ich meinem Weinberge thue, räume nur seine Umzäunung weg, so wird er vcrnichtet, reiße nur seine Hecke ein, so wird er zertreten! Ich lasse ihn brach liegen, er wird nicht beschnitten, nicht nmgchackt, so geht er in Dorn und Distel ans, und den Wolken verbiete ich ihm Regen zu senden Denn Gottes Weinberg ist Israels Haus und Jehuda's Männer die Pflanzung seiner Freuden, Er hoffte auf Recht und findet Gunst, ans Milde und findet Geschrei — Jesaias 5. Israels Untergang erfolgte »ach dem natürli'chen Lauf der Dinge; sein Dasein und seine Erhaltung war das Werk der göttlichen Wnndermacht. Aber eben warum diese Wundern!acht es verlassen, warum sie nicht herbei eilte als die babylonische Macht es verschlang und die römischen Legionen es erbeuteten, das eben ist der Inhalt der Frage: על מה אכרה הארץ? Und wiederum nicht nach den nahen und nächsten Ursachen, die Israel das Antlitz seines Gottes entzogen, kann hier in dieser Frage gefragt werden. Sie lagen ja offen am Tage, hinsichtlich ihrer wären ״die Weisen und Propheten" die Antwort nicht schuldig geblieben. Ja, nicht die Weisen und Propheten hätte man darüber mehr zu fragen bedurft, längst vor dem Untergänge hatte ja der Propheten Mund früh und spät Israel seine Irrungen und in ihnen den Weg zum Untergange enthüllt, ja, in den Mund des Volkes,