Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1857)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1857-05-01
- Page
- 412 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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412 Geschichte der Juden von Dr. Grätz. Eilster Artikel. auch diese Stelle, tu welcher die ganze Meisterschaft R. Akiba's gefeiert wird, zeigt diese rein nur in scharfblickender Gründlichkeit der Text - Interpretation. Vergleichen wir nämlich die ganze Stelle Levtt. 11, 24 — 40, so finden wir (mit alleiniger Ausnahme des V. 38), .die erste Stufe der טומאה,-■ die nicht nur tome ist, sondern auch die Tum ah weiter leitet durch "״יטמא ausgedrückt ,הנוגע בנבלתם יטמא ,הנוגע בהם יטמא u. s. w., überall wird durch das Verbum im Futuro ansgedrückt, daß damit eine neue Stufe beginnt. "״טמא aber sehen wir zur Bezeichnung des Zustandes gebraucht, in welchem die Tumah schon geschwächt ist, um zu sagen, daß sie noch nicht ganz geschwunden, daß der Gegenstand noch tome fei, יכבס בגדיו וטמא עד הערב, n. s. w. überall zur Bezeichnung der Stufe טבול יוס auf welcher, חולין gegenüber, die Mttthetlbarkeit der Tnmah schon aufgehort und die Stufe בסול begonnen. N. Akiba weist nun darauf hin, daß wenn im Vers 33 für den Inhalt des irdenen Geräthes auch nur die Stufe des בסול und nicht die Stufe der sich weiter .mitthetlenden Tumah eintreten sollte, es entschieden כל אשר בהובו טמא heißen würde, und dies um so mehr, da in der Fassung des Verses die erste Wirkung auf das Geräth ganz übergangen und nur am Ende in ihrer Folge ואותו תשברו ausgedrückt ist, der Jrrthum daher nahe liegt zu glauben, der Inhalt erhalte die Tumah unmittelbar vom שרץ und sei sogar ראשן; indem nun gleichwohl der Ausdruck יטמא gewählt ist, so ist damit unzweideutig gesagt, daß der Inhalt des Gefäßes, wenn gleich שגי, doch vollständig eine neue Tumahstufe beginne und עושה שלישי sei. Es ist aber ferner aus dieser Stelle klar, wie R. Akiba's Große nicht darin bestanden, wie das die Schilderung des Verf. enthält, aus ״Fltckworten", Wort- und Sylbeusplittern neue Halachoth bis ins Unendliche zu erzeugen, sondern auf Grund des mündlich überlieferten Inhalts des Gesetzes den Text in seiner Tiefe zu erfassen, und in dem schriftlichen Text die Hinweisungen auf diesen mündlich überlieferten Inhalt nachznweisen. R. Jochanan b. Sakkai hatte auch die Ueberlieferung, daß שגי עושה שלישי, allein er hatte dafür nur eine unsichere Ableitung durch ק״ו und fürchtete daher, die überlieferte Halacha konnte einmal später» Geschlechtern entgehen. Durch R. Akiba's Texttnterpretation war die Erhaltung der Halacha gesichert, (siehe Talmud babli und Zerusch. zur St.).