Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1857)
- Article
- Ijar
- Date
- 1857-05-01
- Page
- 392 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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- IRI
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390 Zjar. auserlesenen Persönlichkeiten, wußte in allen Schichten seiner Kreise ein Geistesleben wach zu rufen, das hoch über daS Interesse sögenannter Brodstudien hinaus, sich der Erkenntniß des Wahren und Rechten, des Göttlichen und Heiligen zuwandte und das ärmste seiner Kinder zuerst für den Gedanken und dann für daS Leben erzog — Eine ganze Welt hatte sich verschworen, ihren Sinn hinabzuziehen in den Schmutz der Sinnlichkeit und Gemeinheit, sie zu dem selbstsüchtigsten, grundsatz- und sittenlosesten, in Noth und Jammer verkommensten Abhub der Menschheit zu machen, und sie sind das für alles menschlich und göttlich reine Ideale empfänglichste Volk, die für alles menschlich und göttlich reine Ideale opserungsfreudtgsten Menschen geblieben, sie haben es verstanden, sich über all den Schmutz und Jammer der Erde adler-leicht zum Göttlichen emporzuschwingen und von ihrem geistigen Felsen-Horst aus alle die ihrer Sittlichkeit, Geistigkeit und Heiterkeit feindlichen Elemente tief unter sich zu lasseu und die reine Kraft ihres Geistes und Gemüthcs ungetrübt und ungebrochen für das idealste Leben zu erhalten, das nur den Sterblichen aus Erden zu leben beschieden ist. ״Und sie waren stärker als Löwen!" Sic hatten den Muth um der Wahrheit willen, die in ihnen lebte, der ganzen Welt Trotz zu bieten, hatten den Muth, sie, das zerstreute, winzigste, Waffen- und wehrloseste Häufiein, hatten den Muth, ein fortgesetzter lebendiger Protest gegen die Uebcrzeugunge» der ganzen übrigen Welt zu sein, hatte den Muth, die Zornes-Wuth einer ganzen wahngestachelten Bevölkerung auf sich zu laden, und was noch mehr ist, sie hatten den Muth und die Kraft', sic hatten die Löwenstärke all den Drohungen der Gewalt und all den Verlockungen der Verführung gegenüber ihren Ueberzeugungen treu zu bleiben. Wahrlich, unsere Zeit weiß es gar nicht mehr, welcher Muth und welche selbstbeherrschende Kraft, welche Löwenstärke in den Zeiten unserer Väter dazu gehörte, Jude zu sein. Sie weiß es gar nicht mehr, wie jeden Augenblick über den Häuptern ihrer Väter das Schwert, über ihren Hütten die Brennfackel schwebte und Dei ^jedem Schritte durch die Welt ihnen der Spott und die Drohung begegnete. Sie weiß es gar nicht mehr, mit welchen Opfern ihre Väter die Möglichkeit erkauften, Jude zu fein und um welchem Preis, möchten wir sagen, sie eine jede Mizwah erkauften, die sie übten, und jede Awerah beseitigten,