Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 7 (April 1857)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1857-04-01
- Page
- 436 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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436 die wichtigsten Punkte des jüdischen Gesetzes. Der erste Unterrichtsgegenstand dieser Klasse ist, hebräisch in 6 Stunden und der zwölfte, Gesang in 3 Stunden. (Vergl. Bericht, S. 44, 45.) Ad vocem Gesang sei hier bemerkt, daß der hiesige Chor, in welchem auch die stimmbegabten Knaben der Schule Mitwirken׳, in der That ganz Vorzügliches Leistet,׳ und einzelne Gesangstücke, namentlich das neu einstudirte, reizende ובנחה יאמר nicht wenig Synagogen-Besucher anzieht, und vielleicht auch mit der Länge der Zeit Einfluß auf sie übt, denn das Schlußwort ״wir wollen umkehren", wird neunmal in den lieblichsten Tönen wieverholt. So huldigt man in Berlin dem Rückschritte, ohne daß man es weiß, und sehnt sich auch in Berlin nach früheren, schöneren, besseren Tagen zurück. Mit diesem "zurück" wenden auch wir uns der Schule wieder zu, und berichten schließlich noch über die am gestrigen Tage statt gefundene Prüfung der Schüler und Schülerinnen der hiesigen Religionsschule. . Wie nun diese aus einer bloßen Privat-Anstalt in den Kreis der Gerneindeschulen gezogen wurde, so hat sie sich auch eines fortdauernden Zuwachses zu erfreuen und die Anerkennung kann ihr bei dem eifrigen Bestreben des ihr vorstehenden Dirigenten, die Anstakt in jeder Weise zu heben,, nicht versagt werden. Auch die diesjährige Prüfung ׳siel zur allgemeinen Befriedigung aus und sind die Leistungen immerhin schätzenswerth. Die Schule, welche im Jahre 1854 mit 71 Zöglingen eröffnet wurde, zählt jetzt nahe an 200. Hervorgehoben zu werden verdient, oaß, wie der Bericht erzählt, einzelne am zweiten Tage des jüngsten Wochenfestes mit der Feier der Einsegnung aus dieser Schule entlassene Jungfrauen und Jünglinge ihr Bedürfniß nach religiöser Belehrung mit der Vollendung des Schulunterrichts nicht als erschöpft ansahen und ferner zu befriedigen auch noch jetzt mit Eifer und Fleiß thätig sind. Welch schönerer Lohn kann wohl einer Schule und ihren Lehrern werden, als das Bewußtsein, daß die in sie gestreute Saat empfänglichen Boden hat und die ertheilten Lehren in Herz und Gefühl eingedrungen sind. Wahrlich, an fruchtbarem, empfänglichen Boden fehlt es selbst in der Sandwüste nicht. Der Aufschwung der jüdischen Schulen und ihre gesteigerte Frequenz berechtigt jedenfalls zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft, wie es Jederdem es mit dem Judenthume ernst ist, von Herzen wünscht. Berlin, 15. April. Unter den Petitionen, welche dem Abgeordneten- Hause vorliegen, befindet sich eine des Rabbinatsverwesers Lewy zu Friedberg i. d. N., welche auf bessere Regelung des jüdischen Unterrichtswesens anträgt. Die Commission für Unterrichtswesen kann die Anträge des Petenten, insbesondere auch ״in der Hoffnung, daß auch ohne polizeilichen Zwang das Licht der christlichen Wahrheit sich immer weitere Bahn brechen und somit auch die, welche der christlichen Religion