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Jeschurun · 1857-04-01 · Heft 7 (April 1857) · p. 435

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 7 (April 1857)
Article
Deutschland : Berlin [Nachricht]
Date
1857-04-01
Page
435 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Dritter Jahrgang. Ausgegehen mit dem Maiheft 1857. In dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Deutschland. Berlin, 6. April. Wie alljährlich hielten auch in diesem Jahre mit Beendigung des Winter-Semesters die hiesigen jüdischen Schulen ihre öffentlichen Prüfungen ab und liefern die Berichte, mit welchen die Rectoren und Dirigenten zu denselben einluden, einzelne nicht uninteressante Notizen, welche wir unfern Lesern mitzutheilen nicht vorerUhalten wollen. Dem Berichte über die jüdische Knabenschule schickte ihr Rector eine Geschichte der Anstalt voran. Wollen wir es ihm auch zu gute halten, daß er mit dem Geburtsjahre Moses Mendelsohns seine Geschichte beginnt, so klingt es doch ganz sonderbar in der Schrift eines Rectors einer jüdischen Schule, David Friedländer, den bekannten Stadtrath und Bittsteller, ״den Bestrebungen Moses Mendelssohns so nah verwandt" zu bezeichnen — der edle Mann, - wir meinen Mendelssohn — wird dem Herrn Rector dafür einst keinen Dank wissen! David Friedländers Bestrebungen find ja, glauben wir, bekannt genug; nur ein Blick in das vollkommen charakterisirende Sendschreiben an den weiland Consistorialrath und die durch dasselbe hervorgerufenen Dialoge hätte den Herrn Rector eines Bessern belehren können. Daß aber dieser David Fried- Länder, culturgeschichtlichen Andenkens, in Berlin gewirkt und der ״ihn mächtig berührenden Richtung einen bestimmten Zielpunkt", wie es in dem Berichte S. 6 heißt, gegeben hat, zeigt die Vergangenheit bis auf die Gegenwart deutlich genug. Der Friedländer'schen Bestrebungen und Richtungen sollte doch jetzt füglich von einem Rector einer jüdischen Schule nicht mehr gedacht werden. Erfreulich ist übrigens der Aufschwung, welchen diese Schule in den jüngst verflossenen Jahren genommen hat. Während sie 1652 nur 162 Schüler in 4■ Klassen zählte, beträgt die Schülerzahl des laufenden Jahres 337 in 8 Klaffen. Die gesteigerte Frequenz liefert das sprechendste Urtheil über die Leistungen dieser Anstalt. Umfassend ist der Unterricht im Hebräischen; da wird in der ersten Klasse in 6 wöchentlichen Stmiden gelehrt: vor Allem, Thora, Newiim und Kethuwiw; außerdem: Sprüche der Väter, Grammatik, jüdische Geschichte, und dann noch

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