Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 7 (April 1857)
- Article
- Der Ghetto und die Juden in Rom
- Date
- 1857-04-01
- Page
- 357 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Von F. Gregorsvtu«. 357 nach der Taufe. Sehr naiv 'erzählt^ er,^'daß sich schon der Kaiser Marc Aurel über den Judengestank beklagt habe. Dies sei eine ansgemachte Sache; und so ließen sich die Agarencr taufen/ um nicht übel zu riechen wie die Hunde. Leo XU., von dem wir gesagt haben, daß er den Inden nicht freundlich gesinnt gewesen, gab ihnen gleichwohl das Recht, Häuser als Eigenthum zn erwerben, wenn sie schon das Jus Gazzagk hatten. Er erweiterte auch den Umfang des Ghetto, indem er zn dem alten Clanstro noch die Via Negtnella und einen Theil der Prescaria htnzusügte, sodaß der Ghetto im Ganzen acht Thore hatte, die überwacht und allnächtlich geschlossen wurden. Während der franzöfischen Herrschaft in Rom war, wie man leicht begreifen wird, die Ghettosperrung aufgehoben und den Inden alle Freiheit in der Stadt zu wohnen und Gewerbe zu treiben gestattet worden. Pius VII. aber schloß nach seiner Rückkehr im Jahre 1814 den Ghetto von Neuem, und er' blieb in der alten Verfassung bis auf den heute regierenden Papst. Es gereicht Pius IX. zur Ehre, daß er, menschenfreundlich und liberaler als seine Vorgänger, die Ghettoschranken niederriß, und dies geschah, wie es mir Inden ausdrücklich selbst bemerkten, nicht durch die jüngste Revolution in Rom, sondern ein Jahr zuvor, da die öffentliche Meinung und der reformirende Sinn des Papstes dieses Zugestandniß an die Moral des Jahrhunderts vcrlangten. Es fielen demnach alle jene Mauern und Thore, welche den Ghetto sperrten; Ciceruacchto legte selbst Hand an, als man sie niederriß; der Umschwung der öffentlichen Grundsätze hatte auch die erfreuliche Folge, daß den Inden die Erlaubniß zn Theil wurde, überall in Rom wohnen zu dürfen, und nicht minder das Recht, Gewerbe und Handwerke zu treiben. Der Ghetto ist also als Zwingcr aufgehoben, doch besteht er faktisch fort als das traurigste Quartier Roms, ein Winkel des Schmutzes und der Armuth, und nicht leicht macht der Jude von seinem Rechte Gebrauch, in die Mitte der Stadt zu ziehen, weil, wie man mir sagte, was nun das Gesetz fretstcllt, doch durch das unausrottbare Vorurtheil unendltch erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht wird. Die politische Reform deS Jahres 1847 bezeichnet also das Ende jener fürchterlichen Sklaverei der Juden Roms, welche so viele