Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 7 (April 1857)
- Article
- Nissan
- Date
- 1857-04-01
- Page
- 351 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Die ארבעה מים. 351 es wird ihnen verkündet, daß sie Söhne und Enkel haben würden!* Ist das heiter blickende fröhlich, weil es über die abgefallenen Söhne auf die wieder zurückgckchrten Enkel hinschaut, und des Gedankens froh ist, daß selbst Zeiten des Abfalls uns nicht verzweifelnd nieder-- schlagen dürfen, da selbst solche Zeiten die Thora von vorn herein vorausgeschaut und indeul sie uns auf sie vorbereitet eben damit zugleich die Versicherung ertheilt, daß sie vorübergehen, und trotz ihrer die ewige Fortlettung des göttlichen Gesetzes in ungetrübter Frische ihr Ziel erreicht?? ״Was soll aber der Thora zufolge zu diesem abgefallenen, in seinem Abfall sich die Fortgeschrittenen düukenden, und die treuen Alten als die Zurückgebliebenen höhnenden Geschlechte gesagt werden?" Zu ihnen? Gar nichts! Dem staunenden Kinde, dem fragenden Knaben, dem forschenden Jünglinge gegenüber, lehrt das Gotteswort: ואמרח לבנך ,ואמרת אליו,והגדת לבנך, erzähle deinem Sohne, sage ihm, sage deinem Sohne; dem höhnenden Geschlechte gegenüber heißt cs aber nicht ואמרתם אליהם, sondern einfach ואמרתם; denn ihm hast du nichts zu sagen; cs erwartet keine Belehrung von dir, ist ja schon so weit über dich hin geschritten, daß cs dich belehren, dich aus deinem ״alten", ״beschränkten", ihm nur als Last und Bürde erscheinenden Standpunkte zu sich hinauf, zu der lichten, leichten Ungebundenhett seines Fortschrittes durch seinen vornehmen Spott fortbcwcgcn möchte. Was hättest du ihm zu sagen? Es spricht ja nicht, um Belehrung zu empfangen, sondern um dich zu belehren, mit dir. Ist nicht tolerant genug, um deine ״andere Richtung" schweigend zu dulden, ist noch nicht so ganz über seinen Abfall beruhigt, daß es in deiner Treue nicht einen es gcnirenden Vorwurf erblickte, hat dich doch zu lieb, als daß es ruhigen Auges dich in ״der Thorhcit des Vvrtheils" befangen sehen könnte — Was hättest du ihm zu sagen! Nicht von deinem Worte, nicht von der glänzendften Apologie deines alten göttlichen Gesetzes erwarte die Umkehr seines Herzens, der ganze Glaube an die Göttlichkeit des Gesetzes, dem du dein Leben hingiebst, und in dem du die Glückseligkeit beines Lebens findest, ist ja im Grunde seines Herzens längst zu Grabe getragen; der Schlüssel zu diesem ruht in Gottes Händen. Nur die Erfahrung bringt es zurück. Die Erfahrung von der