Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 7 (April 1857)
- Article
- Nissan
- Date
- 1857-04-01
- Page
- 340 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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340 Nissan. durch Gottes Offenbarung bereits gehobene Gemüth verehrt ihn ׳ auch da. An dem unerlenchteten Geiste und dem von Gottes Offenbarung unberührten Gemnthc geht der gewöhnliche Lauf der Dinge, in welchem der Mensch Alles berechnen, Alles auf in der Natur der Dinge begründete Ursachen zurückführen zu können vermeint, so spurlos vorüber, daß er mit Egyptens Anbeter der Natur achselzuckend spricht: מי ר' אשר אשמע בקולו, wer ist Gott, dessen Stimme ich gehorchen sollte, לשלח את ׳שראוי, um das fahren zu lassen, was nach den Gesetzen der Natur und nach dem natürlichen Rechte des Stärkern das Meine ist? Er steht die Gesetze der Natur heute so wirken wie gestern, und vergißt eben darum, sich nach Dem umzusehen, der diese Gesetze gesetzt und als dessen größtes Wunder eben die Stetigkeit seiner Gesetze und die unerschöpfliche Tiefe seiner Berechnungen dastehen. Er kann ihm Einiges nachrcchnen und drückt darum das Auge übergdaS Viele zu, das sich als ewiges Räthsel seiner Berechnung entzieht. Das Wort ״Zufall" im Munde der Sterblichen ist vielleicht die größte Huldigung, die wir unbewußt der allgegenwärtigen Wallung des lebendigen Gottes darbringen; denn eben mir dem Worte Zufall bekennen wir die Kürze unserer Einsicht, die Unzulänglichkeit der von uns erkannte« Gesetze der Natur zur Erklärung aller Erscheinungen und Ereignisse. Daß der Stein den Manu gctödtet, dessen Hirn er im Hinnnterfalle» gespalten, ist eine ״natürliche" Wirkung einer ״natürlichcn" Ursache. Daß aber der zur Vollbringung eines Mord- Plans ausgegangene Mann gerade in dem Augenblick vorüberging, in welchem der Stein sich ablöste und er beim Weggehen gerade seine gewöhnlich stärkere Kopfbedeckung vermißt hatte, die ihm sonst vor der tödtlichen Zerschmetterung Schutz gewährt haben würde, darin hat der ״Zufall" gewaltet, oder — Gott. Daß aber die Gesetze der Natur keine ״ewigen" Gesetze sind, daß sie ihren Herrn und Meister haben, der sic gesetzt und auch noch nachdem er sie gesetzt ihr Herr und Meister ist, daß sic auch nicht deßhalb bestehen weil er sic einmal gesetzt, sondern weil er noch und so lange er ihr Bestehen für gut erkennt, daß überall keine blinde Nothwendigkeit und kein blinder Zufall über unsere Häupter waltet, daß wir vielmehr auch in dem ״gewöhnlichen Lauf der Dinge" Ihn und nur Ihn zu verehren haben: um Das dem Auge