Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 7 (April 1857)
- Article
- Nissan
- Date
- 1857-04-01
- Page
- 332 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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332 Nissan. offenbart, dessen Gedanke in diesem tausendfältigen Leben zu Tage tritt, dessen Allmacht dieses Alles schafft, dcffen Gute für dieses Alles sorgt, dessen Gesetz dieses Alles ordnet und regelt, den! Jungfing, der es faßt, wie paradiesisch schön die Gottes-Erde sein sollte, und den die Sehnsucht faßt, sich zur gleichen Schönheit harmonisch zu vollenden, keinen Mißklang zu bilden in diesem Concert der Wesen, und sich verlangend nach dem Mund mnsieht, der ihm das Gesetz auch seines Lebens deute, und nach der Hand, die auch ihn den Weg des Lebens und der heitern Vollendung führe; — dem Manne, der denkend die erwachte Welt betrachtet, und in dieser Welt voller Ordnung, voller Schöne nur den Wiederklang jener noch höhern Welt, jener noch höhern Ordnung und harmonischen Schönheit erblickt, deren Verwirklichung ihn das Gesetz seines Lebens in lebendiger freier Thätigkcit rastlos anzustreben lehrt, dem dies Gesetz den ewigen Frühling in die Brust gepflanzt, der das Gesetz hat, welches der Jüngling in seinem Lebeusfrühltng ahnend sucht; — dem Greise, der an seinem Stabe wankend der Frühlingssonne entgegenlächelt, und in der aus dem Wintergrabe verjüngt erwachten Natur den Gruß auch seiner baldigen Verjüngung empfängt, der auch er froh und heiter durch die dunkle Pforte des engen Grabes ahnungsvoll entgegenwandelt; — Allen ist der Frühling ein stets ersehnter Gottesbote, seine Gegenwart ist immer neu. Immer neue Kraft und neues Leben, neuen Muth und neuen Trost hat er zu bringen, hat immer neue Fragen anzuregen, trägt immer neue Lösungen für die alten Fragen in seinem Schooße. Nur der Menschen Werk veraltet, nur der Menschen Herz bedarf des Reizes der Neuheit, um anzuregen und Theilnahme zu gewinnen. ״Schon wieder?" gähnt die gesättigte Menschenbrust, oft schon bei seinem zweiten Erscheinen, einem Menschenwerk entgegen, das sie bei seinem ersten mit entzücktem Jubeln begrüßte. Was aber Gottes Wort dahin gestellt, glänzt in ewiger Jugendsrische dem harrenden Menschen entgegen, wird mit immer steigender Freude bet jeder Wiederkehr begrüßt, hat immer neue Wonnen in seinem unerschöpflichen Schooße und weiß Greis und Enkel mit gleich seligem Entzücken immer neu zu fesseln. So die ewig neue, ewig junge Gottes-Natur. So auch das ewig neue, ewig junge, nimmer alternde Gottes- Gesetz. Noch wie vor Jahrtausenden ist es das ״Seelen erquickende,"