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Jeschurun · 1857-03-01 · Heft 6 (März 1857) · p. 311

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 6 (März 1857)
Article
Jüdische dramatische Dichter in Spanien
Date
1857-03-01
Page
311 (sequence 2)
Language
German
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VI. David Abenatatar Melo, der Psalmendichter. 311 Leiden, so wett sie auf uns gekommen sind', bekannt zu machen — vielleicht wird der eine oder der andere durch sie zu einer neuen Wahrheit, zu einem neuen Entschlüsse für sich und sein eigenes Leben geführt. Ich werde noch öfter Gelegenheit finden, Beispiele von jüdischer Beharrlichkeit im Glauben, von schweren Opfern, vorzuführen, durch lebende Bilder zu vergegenwärtigen, wie bei Glaube und wahrer, innerer Religion kein Kerker zu tief, keine Qual, keine Marter, keine Tortur zu hart ist, wie, Gott im Herzen, der Mensch Alles ertragen kann, wenn er nur will, und dieser eiserne, allen Widerwärtigkeiten trotzende Wille ist ja auch zum Erbtheil Zakob's geworden; — ich werde meine Leser einmal einführen in die Paläste der Großen, in die Studierzimmer der Gelehrten, in die Hörsäle der Universitäten, ich werde ihnen alsdann Bilder von Männern zeigen, von Männern, angethan mit den geistlichen Gewändern, geschmückt mit königlichen Diademen, umhüllt mit weiten Purpurmänteln und ihnen dann die Worte eines unsrer beliebtesten Dichter und tiefsten Denker zurufen: O glaube mir, wie du die Menschen siehst, Das ist nur ihre äußere Gestalt — Doch wie und wo sie selber sich empfinden? Ihr Inneres — das siehst du nicht! Da werden sie dann so Manchen als ihren Bruder, als uns angehörig, begrüßen, und so Mancher wird mit Wehmuth und bewegtem Herzen ihnen sagen: Trotz meiner Bischofsmütze, trotz meines Doktorhuts, trotz meines hohen Amtes, trotz meines königlichen Mantels bin ich Dir doch treu geblieben, weil das jüdische Herz — nun eimnal jüdisch bleibt. ״Wie manchen Seelenkampf es sind dieses die Worte eines mir theuern Freundes — welche Zustände werden Sie da erblicken, wo Sie sie am wenigsten erwarten?" Ob des quälenden Gedankens, dein Vater, dein Großvater, deine Mutter erlitten den Feuertod, boten sich freiwillig zum Feste, um die letzte Stunde ihres letzten Sabbaths feiern zu können, und Du-. Weil sie zu schwach waren, den Kampf mit der Welt zu bestehen, ertrugen sie den weit gefährlichern im Innern, weil sie Folter und Tortur fürchteten, von der sie doch früh oder spät heimgesucht wurden, empfanden sie die Marter des nie ruhigen

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