Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 6 (März 1857)
- Article
- Erwiederung auf eine Replik des Herrn Löw, Rabbiner in Szegedin, Verfassers der "Praktischen Einleitung in die heilige Schrift und Geschichte der Schriftauslegung"
- Date
- 1857-03-01
- Page
- 300 (sequence 12)
- Language
- German
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300 Erwiederung auf eine Replik des Herrn LSw renicht in unserer Rezension; aber den von uns gelieferten Beweis, daß es unwahr ist, daß R. Mosche Jsserles blos deutschen und französischen Autoritäten folgte, vermag Hr. L. ebensowenig zu widerlegen, als er gegen unsere Behauptung, daß das, was er 88 181, 182, 273 sagte, auf Verleumdung, Unkenntniß, Oberflächkeit und Befangenheit beruht, irgend etwas einzuwenden wußte. Zur Bertheidigung der 8 412 anfgestellten Behauptungen, in Bezug auf die wir nachwiesen, daß sie als grundlose Erdichtungen betrachtet werden müssen, in denen einerseits eine Verdächtigung des Maimontdes, andererseits eine Herabsetznng des Talmud mit der größten Willkür ausgesprochen wird, faßt sich Hr. L. sehr kurz, indem er sich mit der Bemerkung begnügt, oaß das, was er a. a. O. sagte, trotz des von uns erhobenen Widerspruches doch wahr ist, die von uns angeführten Beweise aber nicht mit einer Silbe zu widerlegen versucht. Er verweist hiebei lediglich auf eine von ihm verfaßte Schrift, die aber noch nicht erschienen ist, und da Hr. L. zu unserm großen Bedauern sich nicht entschlossen hat, zur Nach- Weisung des von ihm uns zugeschriebenen Jrrthums einige Proben aus derselben mitzutheilen, müssen wir einstweilen mit Geduld dem Erscheinen jenes vielversprechenden Werkes entgegensetzen. Vielleicht kann man aus demselben auch erfahren, was Hr. L. unter Orthodoxie moder£e versteht? Unserer geringen Einsicht nach giebt es nur Eine Orthodoxie und kann es nur Eine Orthodoxie geben, wie es auch nur Eine Wahrheit giebt; wer aber meint die Rechtgläubigkeit — und das ist doch Orthodoxie — moderiren zu dürfen, zu können, wer nur die Möglichkeit der Extstenz einer Orthodoxie mod4ree annimmt, der hat schon hiedurch sich von der Rechtgläubigkeit losgesagt; es wäre daher recht iuteressant, eine Definition jenes Ausdruckes von Hrn. L. zu erhalten. Bis zum Erscheinen jener verheißenen Schrift aber werden wir, da wir uns schon einmal überzeugt haben, daß den Versicherungen des Hrn. L. nicht immer großes Zutrauen geschenkt werden darf, trotz seines mit so vielem Selbstbewußtsein hingestellten ״il est vrai et eonstant” auch über den erwähnten § immer noch bet unserer Ansicht bleiben.