Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 6 (März 1857)
- Article
- Adar
- Date
- 1857-03-01
- Page
- 279 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Hamcm'S ethnographische Schilderung der Juden. 279 Neigungen, Ehre und Ansehen, Heimath und Familienglück zu seiner Verherrlichung aufzuopfern — und wenn es sein muß, auch ואח רתי המלך אינם עושים, dem Fürsten-Willen entgegenzutreten. Durch seine jahrhundertlange Wanderung in Mitte der verschiedensten Völker und Länder hat wohl das jüdische Volk hinlänglich bekundet, wie heilig ihm die staatlichen Einrichtungen und Gesetze der Länder und Staaten sind, in die seine Zerstreuung es führt. Es erhielt bet dem Antritt seiner Wanderung nicht umsonst die Weisung שלא ימרדו במלכוח, daß es sich nirgends gegen die Obrtgkeit empören, daß von ihm דיגא רמלכוחא דינא, von ihm jede von der gesetzlichen Herrschaft zum Staatszweck getroffene Satzung als zu Recht bestehend, und selbst dann geachtet werden soll, wenn diese Satzung sich speciell feindlich ihm entgegen kehren und durch Beschränkungen und Lasten ihm die drückendste Ausuahmöstellung bereiten würde. Es hat durch die geduldigste Ertragung aller Beschränkungen und die gefügigste Leistung aller Lasten gezeigt, wie es auch diese Pflicht unter Hinopfernng seiner theuersten Interessen rmd Verkümmerung seiner natürlichsten Rechte zn erfüllen weiß. Es hat den Fürsten und Völkern sein Gut und Blut, all seine Habe, sein ganzes irdisches Glück — nur nicht seine Religion zu Gebote gestellt. Die Treue gegen Gott und sein heiliges Gesetz war allerdings die Gränze seines staatlichen Gehorsams. Wenn die Machthaber und Völker ihre Gewalt über die ohnmächtigen Zerstreuten dahin mißbrauchen wollten, von ihnen einen Treubruch mit Gott und Einem seiner heiligen Gesetze zn fordern, da hat in großem Ganzen das jüdische Volk sich stets unerschütterlich gezeigt, da waren sie in der Thai die ״halsstarrigenJuden", דחי המלך אינם עושים, die die Befehle der Könige nicht erfüllten, die der staunenden Welt zeigten, daß ihr sonstiger geduldig gefügiger Gehorsam nicht Feigheit, nicht Schwäche, nicht kriechende Vergötterung nienschlicher Gewaltbaber, sondern Stärke verharrenden Gehorsams gegen jenen Höhern sei, dessen Wort sie in das Machtbereich der Gewaltigen mit dem Gebote der Fügsamkeit hingestrent, dessen Wort sie aber auch eben so zum standhaften Märtyrertod zu begeistern wisse, sobald das Leden nur durch Ungehorsam gegen seinen heiligen Willen zu erkaufen wäre. Einem jüdischen Hanian unserer Tage war es Vorbehalten, nnserm Volke diese treue aufopferungsvolle Beharrlichkeit bet Gott