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Jeschurun · 1857-02-01 · Heft 5 (Februar 1857) · p. 263

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 5 (Februar 1857)
Article
Der Ghetto und die Juden in Rom
Date
1857-02-01
Page
263 (sequence 9)
Language
German
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263 Bon F, GrcgvrovtuS. halten ju dürfen. Er sorgte für größere Bequemlichkeit ihrer Wohnungen; er gestattete ihnen grvßmüthig so viel Schulen und Synagogen, als sie deren bedurften; er erlaubte ihnen die Anlegung von hebräischen Bibliotheken. Er untersagte es, die Juden an ihren Festtagen vor das Gericht zu laden; er schaffte das Judaszeichen ab; er verbot, Judenkinder mit Gewalt zu taufen, oder reisende Juden mit außerordentlichen Weglasten zu plagen. Er ermäßigte den Tribut und setzte ihn auf ein geringes Kopfgeld herab, außer den Gebühren, die er ihnen für die carnevalischen Pallii zu zahlen auserlegte. So gab der glückliche Sixtus der Welt das Beispiel eines christlichen Papstes und segnete sein Andenken für alle Zukunft, sodaß, was er für die Juden aus eigener Großmuth that, eine bleibende Zierde seines Namens ist. Hier hatten also die Hebräer einmal einen glücklichen Griff in die Tombola gethan; aber weil es ein Lotteriespiel war, konnte das Blatt plötzlich Umschlagen. Und so geschah es auch; denn wenige Jahre nach dem Tode Sixtus' V. hob Clemens VTO. Aldobrandini alle jene die Inden betreffenden Verordnungen auf, erneuerte das Edikt Caraffa's und stieß das Volk Israel in die Trostlosigkeit zurück. In diesem Elend der Verworfenheit blieben die Juden Roms nicht allein das 17. Jahrhundert hindurch, sondern es steigerte sich noch im 18. Jahrhundert durch die Edikte Clemens' IX. und Innocenz XIII. Letzterer erneuerte die Bulle Paul's IV. und verbot den Juden jedes andere Geschäft oder Gewerbe als den Handel mit alten Tüchern, Lappen und altem Eisen, was mau Stracci ferracci nannte, und erst Benedict XIV. Lambertini gestattete ihnen im Jahre 1740 durch ein apostolisches Breve auch den Handel mit neuen Tuchwaaren, welchen die Juden denn auch heute eifrig betreiben. Man sah also bis auf diese Zeit die Juden in Rom mit alten Sachen haustreu gehen, und in den Straßen hörte man sie Hcp! rufen, womit sie sich ankündigten und zum Kauf ihres Bettels etnluden. Das 16. und 17. Jahrhundert, in welchem die Medici den Juden so große Freiheiten gaben, war vielleicht die drückendste Zeit, welche die römische Ghettobevölkerung erlebte. Ich finde in einer römischen Schrift vom Jahre 1667 (״Ztato vsro degli Ebrei in Roma, stamperia del Varese") die Angabe, daß die Judenzahl

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