Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1857)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1857-01-01
- Page
- 211 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Dritter Jahrgang. Erstes Beiblatt zum Januarheft. AuSgegeben den 1. Januar 1857. In dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Deutschland. Berlin, 5 December. Das jüngste Heft Ihrer geschätzten Monatsschrift brachte wiederholt Artikel aus unsrer Stadt. Während ich, offen gestanden, diese gewöhnlich unerfreulichen Mtttheilungen ohne sonderliches Interesse lese, so erregte doch dieses Mal, das mit großer und breiter Schrift gedruckte ״protestantisch" meine Aufmerksamkeit und sieh da — wirklich etwas Neues, von dem ich trotz meines mehr als^ 12jährigen Aufenthalts in Berlin noch nichts gehört hatte. Sie haben Recht, geehrter Herr Redacteur, wenn Sie die ganze sich spreizende Mittheilung Ln das Reich der Fabel versetzten, Sie haben Recht, wenn Sie einer solchen an's Unglaubliche gränzenden Nachricht keinen Glanben beimessen wollten, weil es sich mit der hohen Stellung eines ordentlichen oder außerordentlichen Professors der Theologie nicht verträgt, ein Beth - Hamidrasch - Mann zu sein. So dachte auch ich. Die Sache schien mir jedoch viel zu wichtig, als daß ich nicht nähere Erkundigungen darüber hätte einziehen sollen. Ich fragte den. Einen und den Andern — Niemand wußte mir genügende Auskunft zu ertheilen. Nur eine weniger einflußreiche als in Gemeinde - Angelegenheiten wohl unterrichtete Person, die ich ebenfalls befragte, sagte mir: Eine alte Geschichte. Mit diesen Worten wandte mir der Befragte seinen etwas gebogenen Rücken und — mein Zweifel war mir genommen. Ich fing an zu glauben an die Geschichte, die dazu noch eine alte Geschichte sein soll. Leider! war mein Glaube kein Aberglaube. Ich erinnerte mich plötzlich eines Buches, welches ich vor langer, langer Zeit in Händen hatte und dessen neue Auflage erst jüngst im ״Publicisten" als Noth- Wendigkeit gefordert wurde: ״Das wohlthätige Berlin." Sollte man nicht darin, dachte ich, Etwas über dieses Beth-Hamidrasch finden? Denn in früheren Zeiten gehörten doch solche Anstalten, auch in Berlin, zu den wohlthätigen und demnach müßte der Verfasser, der selbst Geistlicher ist, dieser wohlthätigen Anstalt auch ein Plätzchen in seinem Buche eingeräumt haben. Richtig! ״Das Stipendium aus der Beitel Heine Ephraimsschen Ftdeicommiß-Sttftung." Da Ihnen dieses nur Berlin interessirende Buch wohl nicht zugänglich sein wird, sp will ich Ihnen diese Stelle wörtlich mittheilen: