Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1857)
- Article
- Teweth
- Date
- 1857-01-01
- Page
- 166 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Teweth. vollenden, durch sein Gesetz aber die Menschen Hütten bauen lehren werde, in welche die Herrlichkeit Gottes auf Erden einzkeht., Und in der That, zn freuen hat ׳ sich Israel, wie und wo immer der Hellenische Geist der Bildung sein Reich im Kreise der Menschen ansbreitet. Ist doch diese Bildung in ihrem reinen Wesen nichts anderes, als die Blüthe der höchsten Entwickelung der sich selbst überlassenen Menschennatur. Diese sürchrei nicht, ans diese rechnet die Sendung Israels im Kreise der Menschen. Nicht auf die Verdummung und Verdumpfung der Geister und Gemüther, auf ihre Erleuchtung und lebendige Entwickelung wartet der Geist der Lehre und des Gesetzes, den die. Menschheit ans Israels Händen zu empfangen bestimmt ist. Nur der erleuchtete Geist ist . empfänglich für das Licht der jüdischen Lehre, nur das zur Freiheit veredelte Gemüth empfänglich für das beseligende Leben des jüdischen Gesetzes. Freilich kennt Israel auch Kämpfe und Prüfungen, die der ihm zur Seite sich entwickelnde hellenische Geist der Menschenbildüng ihm bringt. Mathithjahu's Zeiten blieben nicht die einzigen, in welchen dieser ja nur in Entwickelung begriffene Geist in seiner Unreife, in seiner so natürlichen Selbst-Ueberschätzung, in seinem ihm so. leicht , anwehenden prätentiösen Hochmuth, sich auch zur Erziehung des von ihm durchaus unbegriffenen Hanfes Jakob's berufen glaubte; Mathithjahu's Zeiten blieben nicht die einzigen, in welchen auch . Söhne und Töchter Juda's sich zur Ueberschatzung dieses Geistes hinreißen ließen, sich blenden ließen von dem Schimmer einer nur erst zum geistigen Streben erwachten Menschenuatur, in der Freude an dem selbst gefundenen Jrrthum eine höhere Seligkeit ahnten, als in der vom höchsten Geiste offenbart empfangenen Wahrheit, oder, angelockt von der mit Blumen der Anmuth leicht verhüllten Sinnlichkeit, die reine Sonne der Moriahhöhe des Gesetzes verließen, um den Reigen bacchantischer Chöre in den unlautern Thalgründen einer dämmernden Einbildungskraft zu folgen. Mathithjahu's Zeiten blieben nicht die einzigen, in welchen schwankende Söhne und Töchter Juda's in dem hellenischen Geiste humaner Bildung nicht einen Vorläufer, sondern eine Erlösung vom Gesetz erblickten. Sogar der Kampf, den in unfern Tagen der erwachte hellenische Sinn menschlichcn Selbstbewußtseins gegen Geburten des Wahns und der Täuschung, gegen Lehren der Knechtung und Entwürdigung begonnen,