Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1856)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1856-12-01
- Page
- 159 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dritter Jahrgang. Erstes und Zweites Seidlatt ziim Aecemberheft. Auögegebm den 8. Dezember 1856. In dieftS Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Da mit dem 1. Januar ein neues Quartal beginnt, so er innern wir an gef. baldige Erneuerung des Abonnements damit die regelmäßige Zusendung keine Unterbrechung erleide. Deutschland. * Berlin, den 21. November. Das neue Seminar, von dem ich jüngst berichtete, hat seinen Anfang genommen. Mittwoch den 12. d. M. Abends wurde es in Gegenwart des Curatoriums ohne besondere Feierlichkeit ׳durch eine Rede des Dirigenten eröffnet. Auf den Inhalt derselben näher einzngehen, halten wir nicht der Mühe Werth — es handelte sich um die alten Ieschiboth im Gegensätze zu den neuen (?) (l) um die Zergliederung des Talmuds, der in ,,früheren", Zeiten der Regulator des Lebens und der geistigen Beschäftigung war u. dgl. m. Dirigent der Anstalt ist der den Lesern des ״Auslands" wohl bekannte Le brecht, mit ihm wirkt noch ein Doeent der hiesigen Universität. Auch über Unterrichtsgegenstände können wir uns kurz fassen: zweimal wöchentlich wird Arabisch gelehrt, außerdem vom benannten Dirigenten Pirke Aboth und Einleitung in die Mischnah gelesen. Die Zahl der Schüler beläuft sich auf circa 7, von denen 5 Stu dir ende der Theologie sind. Die übrigen 2 Juden betheiligen sich nur an den arabischen Unterricht. Trotzdem diese Anstalt nach dem besondern Willen des Testators, des einst berühmten, mit dem großen Fried-- rich sehr ״vertrauten" Hofjuweliers Beitel Ephraim, ״Beth-Hamidrasch" genannt wird, so verdient sie doch nicht die Bezeichnung ״jüdisch." Während man den jüdischen SLudirenden der Medicin die unbedeutendsten Rechte entzieht, verwandelt man jüdische Stiftungen in Lehranstalten, die nur den protestantischen Theologen Nutzen gewähren. Wie würden Sie sich erst wundern, wenn ich Ihnen erzählte, daß aus derselben jüdischer! Stiftung eine Reihe, von Jahren nur christliche Theologen Stipendia bezogen und Professoren der Theologie Beth-Hamidrasch-