Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1856)
- Article
- Kislew
- Date
- 1856-12-01
- Page
- 110 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Kiölew. Fürsorge für die Erhaltung ihres Volkes und ihres Gesetzes offenbarte. Als aber das Gotteshetligthum des Gesetzes zusammenstürzte und dessen Sohne vor dem Schwerdte des Römers über die weite Erde hin zerstreut flohen, בטלה מגלת תענית, verloren die in dieser Rolle verzeichneten,Tage ihre festliche Bedeutung. Denn nur, wie R. Joßi sich ausdrückt, בזמן שבית המקדש קיים אסורין, so lange das Heiligthum stand, war ihr festlicher Charakter׳ erhalten, מפני ששמהה היא להם, weil so lange es eine Freude war, der fortwährenden göttlichen Wohlthaten zu gedenken, die die Erhaltung des Heiltgthums diesem Volke, und des Volkes diesem Heiligthum zum Ziele hatten. אין בית המקדש קיים מותרין,, als aber das Heiligthum in Trümmern lag verloren auch diese Tage ihre festliche Stimmung, מפגי שאבל הזא להם, weil die Erinnerung an diese so zahlreichen göttlichen Wohlthaten selber nur die Nationaltrauer durch den schmerzlich trüben Gedanken zu vermehren geeignet war, daß alle die so offenbar von Gott seinem Volke und der Erhaltung des Heiltgthums seines Gesetzes gespendeten Wohlthaten dennoch nicht Israels Verirrungen zu überwinden und zu verhüthen im Stande gewesen, daß nicht, insbesondere durch die Entartung seiner Fürsten und seiner Priester, Volk und Heiligthum dem Untergang anheim gefallen. Ganz so wie auf der andern Sette auch die aus der jüdischen Nationalgeschichte hervorgegangenen Fasttage in Zetten nationalen Glückes ihren Fasttagcharaktcr verlieren, ja flch in freudige Festtage umwandeln — בזמן שיש שלום יהיו לששון זלשמהה — da ja wohl nichts also die freudige Dankbarkeit für das gewährte und bewahrte Glück zu erhöhen vermag, als die Erinnerung an die überwunde» nen Tage des Unglücks, der Verirrung und der Zerstörung. Nur zwei in jener Nolle festlich gehobenen Zeiten überdauerten den nationalen Untergang des Heiltgthums und seines Volkes: Chanuckah und Purim, das Makkabäer- und das Esther-Fest, משזם דמיפרסם גיסא, weil zu offen und für alle Zetten leuchtend an ihnen die Gotteshand offenbar geworden, die ihr Gesetzeshetltgthum und ihr Volk aus den drohendsten Gefahren siegreich emporzuretten weiß. (Nosch Haschana 18 b—19 b.) Die Feier dieser Tage trägt den Stempel der Güter, deren Rettung und Erhaltung sie verewigen. שמחה ומשתה, laute Freude und Gastmäler verkünden die Rettung des Volkes vom leiblichen