Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 2 (November 1856)
- Article
- Jüdische dramatische Dichter in Spanien
- Date
- 1856-11-01
- Page
- 86 (sequence 8)
- Language
- German
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86 V. Miguel die Silveyra, der Heldendichter. lichkeit der Jetztzeit nicht zu kennen scheint und sich ihn eben deshalb merken sollte — ״ein jüdisch Herz ist so starkfeineisen-teuselhart, daß es sich mit keiner Weise bewegen läßt." Stlveyras Wärme des Gemüths steigerte sich in seinem Gedichte zur Gluth, seine Phantasie belebte sein Judenthum, wenn er auch in Spanien lebte, und am spanischen Hofe lebte, Könige und Fürsten auf ihren Reisen begleitete und sie und ihre Söhne unterrichtete, so war doch sein Gemüth und sein Herz an jenem Orte, nach dem Israel sich sehnt und dessen Ruin wir täglich und nächtlich beklagen. Diese Sehnsucht, diese Klage bricht auch bet Silveyra in Mitten des Siegestriumphes im elegischen Tone durch: Schaut jene Straßen, jene Felder, Wo einst sie kämpften, die Helden, Sie sind verödet, menschenleer! Meinen Schmerz kann die Feder nicht melden, Er drückt mein Herz gar zu sehr. Was den Inhalt des Macabaco betrisst, so ist der Grundgedanke, welcher den Dichter leitete, die bekannte Macabäergeschtchte. Diese Zeit ist, wenn auch nicht die einzige, so doch hervorragendste der jüdischen Geschichte, die Heldenperiode, welche durch die wahnsinnige Wuth des wahnsinnigen syrischen Königs hervorgerufen, und in welcher der Muth der jüdischen Krieger so recht auf die Probe gestellt wurde. Silveyra erzählt in einer prächtigen Schilderung die unnennbaren Gräuel, welche von dem Wüthrich und seinen ihn an Grausamkeit übertrefsenden Statthaltern verübt wurden. Lange ertrugen die armen Dulder alle Unbill, hielten ihre Wuth an, bis endlich der 70 jährige Greis, der alte muthtge Vater mit seinen 5 ihm ähnlichen Söhnen hervorbricht und das Signal zum Kampfe gibt. So beginnt dieser für Gott und mit dessen Hülfe und Beistand geführte Kamps. Der Prophet, welcher den Sturz seines Volkes geweissagt, die Vertreibung mit angesehen hatte und mit verhülltem Haupte seine Klagelieder von den Zinnen der zerstörten Gottesstadt ertönen ließ, wird von unserm Dichter redend eingeführt, Jeremias reicht dem Hasmonäerfürsten ein Schwert, von Gott geweiht dem Könige gegen die Unterdrücker. Schaaren verschiedener Völkerschtchtcn, verschiedener Götter und verschiedener Gebräuche stellt der Syrerköntg zum Treffen