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Jeschurun · 1856-10-01 · Heft 1 (Oktober 1856) · p. 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 1 (Oktober 1856)
Article
Palästina [Nachricht]
Date
1856-10-01
Page
50 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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50 salem vermacht, und dieses Kapital soll zu einem Hospital für Kranke verwendet werden; aber noch ist kein Grund zum demselben gegraben; Gesunde werden krank, Kranke sterben; sie finden kein Unterkommen in ein Hospital; denn 18 Betten in dem kleinen Hospital des Hrn. Or. Cohen sind nicht hinreichend um eine große Anzahl kranker Menschen auszunehmen, welche vor Hunger darben, dahinsiechen, während eine ordentliche Pflege und Unterstützung sie oft wieder zur Genesung bringen könnte. Dazu kommt noch der Umstand daß in Englischen Blättern veröffentlicht wird, Sir Moses Montefiore habe große Summen Geldes für Agricultur in Palästina gegeben, damit die Masse sich von ihrer Händearbeit selbst ernähre. So kamen aus dem entfernten Nußland Briefe, man freue sich herzlich vernommen zu haben, in Jerusalem seien nun Fabriken, und die Stütze des Auslandes sei nun nicht mehr nöthig. Und so lautet die Meinung allenthalben. Auch Amerika, welches sich für die Unterstützung Palästinas sehr interessirt, hat schon seit einem Jahr keine Spenden mehr gesendet für den Brodbedars. Beklagenswerth ist es leider ferner, daß das Ausland, besonders ״the Jew. Cbronicle and Hebrew Observer" sich irrig dahin geäußert hat, daß unsere israelitischen Brüder der Trägheit so ergeben seien, daß sie nicht einmal die Früchte des segensreichen Oelbaumes auspressen mögen. Zwar ist der verehrl. Redakteur dabei zu entschuldigen, weil er keine genauen Kenntnisse von Palästina hat. Doch soll ich Ihnen die Thätigkeit und den Fleiß der hiesigen Israeliten schildern? Wahrlich meine Feder würde ermüden, die Augen verdunkeln von Thränen. Wie viele Arme beschäftigen sich nicht in den großen langen und brennenden Sommertagen mit der allerschwierigsten Arbeit! Aiff ihren Rücken tragen sie die schwersten Steine zum Bau der Häuser; im Schweiße ihres Angesichts lassen sie sich von Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang von den Aufsehern der Arbeit zu solchem Werke treiben; kaum zwei Stunden wird gerastet, und sie setzen mit der׳ größten Energie die Arbeit, als Erde graben, solche fortzutragen re. fort. Und ist ein langer, heißer Tag geendigt, so beträgt der Lohn nur vier Piaster, ungefähr zwanzig Kreuzer, kaum hinreichend, in solche großer Theueruug, die Person des Arbeiters zu ernähren, vielweniger eine ganze Familie von diesem geringen Lohn zu erhalten. Und dennoch suchen alle nach der schwierigsten Arbeit, wenn sie nur zu haben wäre. Tausende von Menschen sind immer gerne bereit, sich mit Handthierung abzugeben, wenn nur solche vorhanden wäre. Jerusalem besitzt indessen mehrere Handwerker, als Schmiede, Blechschmiede, Schuster, Schneider, Bäcker, Geschäftsleute, Kaufleute und Arbeitsleute, und bcunoch hat der größte Theil der Stadt nöthig Almosen zu nehmen. Gäbe der liebe Gott, daß das h. Land unter eine gebildete, Europäische Negierung käme, sa würde nichts nützlicher wirken, als Agricultur, als Oekonomie zu treiben im h. Lande, denn das Getreide ist stets sehr theuer. Hunderttausende von Menschen finden nvch Raum genug

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