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Jeschurun · 1856-10-01 · Heft 1 (Oktober 1856) · p. 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 1 (Oktober 1856)
Article
Unser Artikel: Die Conferenzen der Grands Rabbins zu Paris
Date
1856-10-01
Page
42 (sequence 22)
Language
German
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42 Unser Artikel: V6N11I62, Nonsienr 16 R^daotem6 ,׳n agreer rassuraiice .ainsi que 66116 de mes sentiments distingues. Le grand rabbin du Gonsistoire central, 8. Ulmann. Paris, den 3. August 1856. Herr Redakteur! Mit einem Gefühle lebhafter Dankbarkeit habe ich in den Archives Israelites den Artikel gelesen, durch welchen Sie die sranzösischen Oberrabbiner gegen den Angriff vertheidigen, dem sie in einem von Herrn Ui׳. Hirsch zu Frankfurt in seinem Journal Jeschurun veröffentlichten Schmähartikel ausgesetzt sind. Die gesunde öffentliche Meinung, zu deren Organ Sie sich freiwillig hergegeben, wird hoffentlich die Ercentricitäten des wilden Doktors, dessen heftige Sprache alle Grenzen des Anstandes überschreitet, nach Gebühr richten. Besser gesinnt würde Herr Hirsch, um uns zu bekämpfen, ernste Argumente gesucht haben, und das Nachdenken würde in. ihm vielleicht jene aufbrausende Hitze beschwichtigt haben, die er so ungebührend in abgeschmackten und lächerlichen Declamationen verbraucht. Dieses auffallende Benehmen ist ihm gewiß nicht durch das Beispiel eines Eibeschütz, eines שאגת אריה, eines Scheuer eingeflößt worden. Wenn Herr Hirsch sich in der Schule dieser großen Männer gebildet hätte, er würde gefühlt haben, daß Beleidigungen keine Gründe seien und Plattheiten nicht für geistreiche Einfälle gelten können Er würde sich erinnert haben, daß, während eine anständige und ernste Discussion zur Wahrheit, zur Verständigung führt, bittere Ironie immer nur die Schwächen eines anmaßenden Geistes und die Regungen eines Herzens verräth, welches den Leidenschaften und nicht den Eingebungen einer aufrichtigen Frömmigkeit folgt. Herr Dr. Hirsch hat bei dieser Gelegenheit gegen die Wohlanständigkeit, gegen feine Würde als Geistlicher gefehlt, und was noch weit ernster und unverzeihlicher ist, in seinem Artikel verräth sich eine offenbare Unredlichkeit. Er hat verkannt, daß ein Diener der Religion mehr als ein Anderer darauf zu sehen hat, offen, anständig, ruhig und gemäßigt zu sein, und daß er sich nicht von dieser Regel entfernen kann, ohne den Karakter, den er bekleidet, zu profaniren. Glücklicherweise hat sich eine Laien-Feder gefunden, die es aus sich genommen, ihn diese Pflicht zu lehren, und die Lection war gut. Indem ich Ihnen meinen Dank ausdrücke, bin ich überzeugt, zugleich das Organ meiner Collegen zu sein. Wollen Sie, Herr Redakteur, hiervon die Versicherung genehmtgen, so wie von meiner ausgezeichneten Hochachtung. Der Oberrabbiner des Central-Konsistoriums S. Ulmann.

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