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Jeschurun · 1856-10-01 · Heft 1 (Oktober 1856) · p. 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 1 (Oktober 1856)
Article
Aus Hannover
Date
1856-10-01
Page
19 (sequence 4)
Language
German
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Aus Hannover 19 ׳:'Ö Ä 1t '3 :;1 1, Haben denn unsere Ahnen nur deßwegen Stiftungen gegründet, damit Jener und Dieser ein gemächliches Leben führen kann, oder bezieht Dieser und Jener aus diesen Stiftungen Gehalt, um dafür alles Andere zu thun, nur nicht zu ״lernen", oder vielleicht um dafür Unterricht zu nehmen in den allerersten Rudimenten zum Talmud? Haben wir deßwegen eine Schule, um eben nur einen Lehrer zu besolden, und einen Lehrer nur deßhalb um einen Angestellten mehr zu besitzen und Verwaltungen und Commissionen lediglich um Alles dieses ruhig mitanzusehen, vielleicht auch im engsten Kreise ein Mal ein mißbilligendes Wort darüber fallen zu lassen und dann wieder dieSachen gehen zu lassen, wie sie eben gehen?? Wahrlich ist es uns Ernst mit der Verbesserung unserer Gemeindeverhältnisse, so ist hier der Platz, wo angefangen werden muß. Soll ein neuer Bau erstehen, muß erst der alte abgebrochen werden; sollen neue, reine Säfte in einen absterbenden Baum dringen, müssen erst die verdorrten Neste und Zweige abgeschnitten werden. — Soll unser Geineindegebäude sich neu erheben und fest nnd kräftig dastehen, sollen reine, frische Säfte die schon absterbende Lebenskraft unserer Gemeinde neu beleben und kräftigen, so nmß es das Erste sein, abzubrechen das alte schadhafte Gemäuer, gilt es vor Allein abzuschneiden die welk gewordenen Blätter, abzuhauen die dürren, erstorbenen Aeste und Zweige. Fest und entschieden, ohne Rücksicht und ohne Zaudern, nur das Wohl unserer Gemeinde im Auge, müssen wir fortschaffen die Mängel. Je länger wir ruhig zugeschaut, je rascher und energischer müssen wir jetzt handeln. Theilnahmlos ist bereits unsere Jugend geworden beinahe gegen jegliches jüdisches Interesse und wir Alten, wir haben uns selbst getäuscht, absichtlich und unabsichtlich mit den äußerlich noch gesund aussehenden Institutionen in unserer Gemeinde. . Wies man uns daraus hin, wie sehr die Kenntniß unserer heiligen, großen Gotteslehre aus unserem Kreise schwände, so beriefen wir uns auf unsere ״Gelehrten," auf unsere Religionsschule. Wir haben gesehen, was es damit auf sich hat, und vor dem Forum des öffentlichen Wortes und vor dem Tribunal der gehetmen innern Stimme des Gewissens bekennen wir, daß wir nach

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