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Jeschurun · 1856-09-01 · Heft 12 (September 1856) · p. 679

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 12 (September 1856)
Article
England : London [Nachricht]
Date
1856-09-01
Page
679 (sequence 3)
Language
German
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den, sie alle thun nach besten Kräften und Einsichten vollkommen ihre Pflicht. Die Schuld liege am Systeme, an der Organisation, oder vielmehr an der Unzulänglichkeit oder dem Mangel beider. ״Unser.ganzes System, meint I. CH., Wohlthätigkeit zu üben, ist schlecht. Wir folgen in unserer Mildthätigkeit mehr dem augenblicklichen Impulse, als bFtinunteu Principien. Es sind nicht die natürlichen, gesunden Gesetze Staatsökonomie, die wir uns zur Richtschnur gesetzt, sondern es ist das alte, stockende Herkommen. Wessen wir bedürfen? Vor allem ein Comitä, das selbst überall den Spuren der Armuth nachforscht, eine organisirte Körperschaft, Vereinigung und Verschmelzung und ein Wohlthätigungs-Comitä, wie es in Philadelphia projektirt worden. Unsere wohlthätigen Bestrebungen sollten mehr gegen das Elend und die Noth selbst, als gegen deren Symptome gerichtet sein. Was nützt es, stärkerkbe Medizin einem Kranken zu reichen, der auf dem dumpfig-feuchten Boden eines Kellers ausgestreckt liegt, und /dem nichts, als kräftige, frische Luft helfen kann? Darin besteht eben der Mangel und die Unzulänglichkeit der öffentlichen Wohlthätigkeit. Ein weites Feld ßer Einsicht und Wohlthätigkeit liegt noch geöffnet da, ),1110 Rhodus, hic salta.a Die Mittel dazu sind vorhanden, es verlangt nur des leitenden Geistes, der sie gestalte und ihnen die gehörige Richtung gebe." Die Unzulänglichkeit und der Mangel der öffentlichen Schul- und Erziehungs-Anstalten entspränge vor allem aus dem Abhandensein jeder Verbindung und jeden Zusammenhangs unter einander, daß "jede für sich allein sorgt und ihren eigenen Gang geht, ohne Be- Ziehung zu ihren Schwester-Anstalten, und endlich, daß die Ueberwachung meist in Händen Solcher liegt, die nur selten Muse haben, sich persönlich von dem Zustande der ihrer Aufsicht anvenrauten Anstalten zu überzeugen und denen auch oft -die Fähigkeit dazu abgehe. Alle diese Mängel würden durch die Anstellung eines Oberinspectors über die gesammten jüdischen Schulen der Hauptstadt leicht Abhülfe finden. Türkei. Constanttnopel. Herr Albert Cohn Präsident des isr. Wohl- Lhätigkeits ComitÄ in Paris, hat bekanntlich eine Reise nach dein Orient zur Jnspicirung der daselbst von ihm gegründeten Anstalten unternommen. Nach dem ״Jounial de Constantinople, “ aus dessen ausführlichen Berichten wir Folgendes entnehmen, wohnte er zuerst in Galata einer Todtenfeier für die im letzten Kriege gefallenen jüd. Soldaten chet, bei der alle Notabiläten der Stadt anwesend waren. Ende August kam er in Constantinopel an, wo die mit den Schülern der daselbst gegründeten isr. Schule angestellte Prüfung allgemeine Anerkennung fand. Donnerstag den 21. August, hatte Herr Cohn die Ehre nach einem Besuche beim Groß-Vezir, Mehemed-Ruchdi pacha und Fuad pacha, beim Sultan in einer Audienz empfangen zu werden. S. M. erinnerte sich vor 2 Jahren an eben demselben Tage Hr. Cohn gesehen zu haben und erkundigte sich

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