Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 12 (September 1856)
- Article
- Denkschrift über die beabsichtigte Einführung europäisch-moderner Institutionen und Reformen unter den Juden in Palästina
- Date
- 1856-09-01
- Page
- 652 (sequence 7)
- Language
- German
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652 Denkschrift rc. teil Jahren erdulden mußte, für immer zu Ende sein. — Mögen Ew. Hochwohlgeboren berücksichtigen, daß diese Gemeinde bereits im 2ten Jahrhundert unter dem allerhöchsten Schutze der österreichischen Kaiser steht, und daß dieselbe ihre treue Anhänglichkeit innerhalb dieser Zeit, so es ihr tu ihrer Stellung nur möglich geworden, auf eine unzweideutige Weise an den Tag gelegt und somit ein älteres Recht auf die Gnade und Unterstützung Sr. Kaiserlichen Majestät Regierung hat, als die in Rede stehende neu zu gründende Jnstitution. — Und so möge nun (um alle ehrgeizigen Reform-Bestrebungen in Palästina für die Zukunft unmöglich zu machen) der Grundsatz, der in allen Gemeinden des österreichischen Kaiserreiches eine allgemeine Geltung hat, auch für die österreichischen Juden in Palästina zu Recht bestehen: ״Daß alle Stiftungen und Jnstitutioneu, die irgend Jemand für israelitisch-österreichische Unterthanen in der heiligen Stacht zu gründen beabstchtigt, nur mit der vollkommenen freien Einwilligung der gesetzlich bestehenden Rechigious- und Gemeinde-Vochstcher derselben tn's Leben treten können", dann möge auch Dr. Frankl eine Kinderbewahr-Anstalt in Jerusalem gründen, in welcher die arme israelitische Jugend gepflegt, gespeist und bekleidet werde, hierzu würde auch die Gemeinde ohne Anstand ihre Einwilligung ertheilen und wird auch ihm und seiner Spenderin Dank dafür wissen. — Nur möge das Bethans und der Gottesdienst sowohl, als der Unterricht der Jugend, wie bisher, ausschließlich der Leitung und Ueberwachung der Religions- und Gemeindevcrtreter anvertraut bleiben. — Und so dürfte Friede und Eintracht in diese Gemeinde wieder zurückkehren. — Möge derselben in ihrer traurigen Situation, von ihrem Vaterlande und von Allem, was ihr werth ist, so weit entfernt, der Schutz und die Gnade der kaiserlich-österreichischen Regierung (der einzige Trost in ihrer kümmerlichen und hilflosen Lage) niemals entzogen werden und mögen sich die Vertreter dieser Gemeinde, namentlich der ehrwürdige Oberrabbtner, Bordakt, dessen Makelloser Lebenswandel und treue Verwaltung seines schweren Amtes seit vielen Jahren allgemein anerkannt ist, der Achtung und des