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Jeschurun · 1856-09-01 · Heft 12 (September 1856) · p. 647

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 12 (September 1856)
Article
Denkschrift über die beabsichtigte Einführung europäisch-moderner Institutionen und Reformen unter den Juden in Palästina
Date
1856-09-01
Page
647 (sequence 2)
Language
German
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von Ignaz Deutsch. 647 Ungefähr zwei Monate, bevor Dr. Frankl seine Reise nach Jerusalem angetreten hat, kam derselbe in mein Haus und thetlte mir mit, daß er im Aufträge der Frau v. Herz nach Jerusalem gehe, rnn für die dortigen Juden eine Lehr- und Kinderbewahr-Anstatt zu gründen, mit dieser Anstalt ein Bethaus zu vereinigen, in welchem die israelitische Jugend dem Gottesdienste täglich beiwohnen möchte, und ersuchte mich deshalb, ihn durch Empfehlungen in seiuem Vorhaben zu unterstützen. — Ich habe dieß gleich im ersten Augenblick entschieden äbgelehnt und habe es mit allem Nachdrucke versucht, Dr. Frankl zu bewegen, von seinen Absichten bezüglich des Bethauses und des Gottesdienstes abzustehen, ich habe es nicht unterlassen, auf die vielen Hindernisse und Schwierigkeiten aufmerksam zu machen und darauf zu erinnern, welche Aufregung und Bestürzung ähnliche Versuche unter den streng rechtgläubigen Juden in Palästina stets hervorgeruftn haben; allein derselbe glaubte, gestützt auf die in Händen habenden Empfehlungen, alle diese Hinderntsse zu beseitigen und seine Sache mit Kraft durchzusühren. Leider wußte ich, wie es kommen wird, und um die vorausgesehenen unglücklichen Zerwürfnisse möglichst zu verhüten, machte ich Dr. Frankl den Vorschlag, daß ich bereit wäre, seine Sache zu unterstützen, wenn er sich dazu verstehen wolle, einen bewährten frommen Mann, der mir als solcher seit Jahren bekannt ist und auch das Vertrauen der Juden in Palästina besitzt, mit sich zu nehmen, welcher die reltgiöse Tendenz und die Richtung, welche man der israelitischen Jugend in Jerusalem durch die neu zu gründende Stiftung zu geben beabsichtiget, letten und überwachen möchte. — Als sich Frankl auch hierzu nicht herbeilassen wollte, verfügte ich mich (um jede Verantwortung von mir abzuwenden) persönlich zur Frau von Herz, machte sie mit dem Charakter und der religtösen Anschauung der Juden in Palästina genau bekannt, gab ihr die Folgen dieses Schrittes zu bedenken und ertheilte ihr gewissen- Haft meinen Rath. — Die Frau v. Herz dankte mir inntgst für diese Vorsicht und gab mir das Versprechen, diese Angelegenheit mit Dr. Frankl Wetter zu berathen. — Frankl kam einige Tage vor seiner Abreise noch einmal zu mir, ich mußte meine früher ausgesprochene Ueberzeugung, ohne etwas daran zu ändern, wiederholen, allein derselbe wollte sich zu der von mir gestellten Bedingung durch-

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